Markenlexikon

Uber

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Das erste mit Benzin betriebene und mit einem Taxameter (griech. Gebührenmesser) ausgestattete Taxi der Welt fuhr 1897 in Stuttgart. Der Daimler Viktoria war mit einem Taxameter des deutschen Erfinders Friedrich Wilhelm Gustav Bruhn (1853 – 1927) ausgestattet. Damals hießen diese Gefährte allerdings noch nicht Taxi oder Taxe, sondern Kraft- oder Motordroschke. Die Kurzform von Taxameter wurde erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Fahrzeuge selbst übertragen. Bis nach der Jahrhundertwende waren auch noch Pferdedroschken als Taxis unterwegs. Seit dieser Zeit sind Taxibetriebe in den meisten Ländern starken Reglementierungen unterworfen, wie auch alle anderen Firmen, die sich mit der professionellen Personenbeförderung beschäftigen. Das hielt einige IT-Unternehmer jedoch nicht davon ab, Unternehmen zu gründen, die vollkommen neue Wege bei der Personenbeförderung gehen wollen.

Die bekannteste Taxi-App dürfte die 2009 von Garrett Camp (* 1978) und Travis Kalanick (* 1976) als Limousinenservice in San Francisco gegründete Firma Uber Technologies Inc. (bis 2011 UberCab) sein. Der Name Uber stammt vom deutschen Wort »Über« ab, das einst durch Friedrich Nietzsches Wortschöpfung »Übermensch« (Superman) auch außerhalb Deutschlands bekannt wurde, und wird im Englischen umgangssprachlich für »Super« verwendet. Finanziert wurde das Unternehmen u.a. von Investoren wie Bezos Expeditions, BlackRock, Benchmark Capital, First Round Capital, Goldman Sachs, Google Ventures, Kleiner Perkins Caufield & Byers, Lowercase Capital, Menlo Ventures, Sherpa Ventures, Summit Partners und Wellington Management Uber vermittelt über Smartphone-App oder Website Fahrgäste an Mietwagen mit Fahrer (UberX, UberBlack), reguläre Taxis (UberTaxi) und private Fahrer mit eigenem Auto (UberPop; Uber erhebt eine Provision von bis zu 20 Prozent des Fahrpreises). Bereits 2011 begann die nationale (New York, Chicago, Washington) und internationale Expansion (Paris). 2012 folgten London, Toronto, Philadelphia und Sydney, 2013 Johannesburg, Kapstadt, Singapur und Bangalore und 2014 Peking.

Besonders der Service UberPop führte in zahlreichen Ländern der Welt zu teils heftigen Kontroversen, einerseits mit Taxifahrern und Taxiunternehmen, die um ihr Geschäft fürchten, anderseits mit den zuständigen staatlichen Behörden, die ihre eigenen Gesetze ausgehebelt sehen (Personenbeförderungsgesetz). Taxifahrer müssen eine Vielzahl von Vorschriften einhalten (u.a. Führerschein zur Fahrgastbeförderung, Tauglichkeitsuntersuchungen, Führungszeugnis, Auszug aus dem Punktekonto, zwei Jahre Fahrpraxis, Ortskundeprüfung, Beförderungspflicht innerhalb eines Gebiets, bestimmte Ausstattung der Fahrzeuge), an die sich die privaten Uber-Fahrer nicht halten. In mehreren Ländern und Städten ist der Dienst UberPop deswegen von Gerichten ganz oder teilwese verboten worden (Berlin, Brüssel, Hamburg, New York, Seattle, Spanien, Belgien, Niederlande, Indien, Thailand, Indonesien). In anderen Städten kam es zu teils gewalttätigen Protesten und Ausschreitungen gegen das Unternehmen Uber und deren Fahrer (Paris, Lyon, Madrid, Berlin, London, Seattle, San Francisco, Rio de Janeiro, Jakarta, Kapstadt). Uber selbst sieht das Angebot als Teil der Share Economy.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54