Markenlexikon

Tipp-Ex

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Die amerikanische Sekretärin Bette Nesmith Graham (1924 – 1980), deren Sohn Michael in den späten 1960er Jahren als Mitglied der Popgruppe The Monkees bekannt werden sollte, arbeitete ab 1951 bei einer Bank in Dallas. Damals kamen gerade die ersten elektrischen Schreibmaschinen von IBM auf den Markt, die jedoch durch den ungewohnt leichtgängigen Tastenanschlag vermehrt zu Tippfehlern führten. Die Hobbymalerin Graham kam auf die Idee, ihre Tippfehler mit weißer Tempera-Farbe zu übertünchen. Zunächst wurde die in Heimarbeit hergestellte Korrekturflüssigkeit nur von ihr selbst und einigen Kolleginnen verwendet. Als IBM kein Interesse an ihrer Erfindung zeigte, vermarktete sie ihr Produkt ab 1956 unter dem Namen Mistake Out (ab 1958 Liquid Paper) selbst. Aus diesen Aktivitäten entstand die noch heute existierende Firma Liquid Paper. Eine Weiterentwicklung waren mit weißer Farbe beschichtete Papierstreifen, mit denen sich falsch getippte Buchstaben durch nochmaliges Anschlagen abdecken ließen.

Die 1959 von Otto Wilhelm Carls in Frankfurt/Main gegründete Firma Tipp-Ex konnte mit diesem Produkt einen europaweiten Erfolg verbuchen; der Markenname Tipp-Ex ist inzwischen ein Synonym für Schreibfehlerkorrekturhilfsmittel. 1965 brachte Tipp-Ex ein flüssiges Korrekturmittel auf den Markt, das sich nicht nur für die Korrektur an der Schreibmaschine verwenden ließ, sondern auf allen Schriftstücken. Das Korrekurfluid wurde zeitweise in über 150 Länder exportiert. Seit 1997 gehört Tipp-Ex zum französischen Schreibwaren- und Feuerzeughersteller Bic. Unter der Marke Tipp-Ex werden heute Korrekturstifte, Korrekturbänder, Korrekturroller (Pocket Mouse) und Korrekturfluid vermarktet.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54