Markenlexikon

Thomy

Schweiz

Die 1894 von Fritz Thomi-Schaad in Langenthal gegründete Firma Thomi & Meister (ab 1901 Helvetia AG), die zunächst Zichorienkaffee – auch als Mocca Faux, Muckefuck, Malzkaffee, Kaffee-Surrogat, Kaffee-Ersatz oder Landkaffee bekannt – herstellte, bescherte den Schweizern 1907 den ersten Senf (Langenthaler Senf).

1929 kam es zum Zusammenschluss von Helvetia mit der Firma Heinrich Franck Söhne aus Basel. Der Konditor Johann Heinrich Franck (1792 – 1862) hatte 1828 in Vaihingen an der Enz eine Landkaffee Manufaktur gegründet, die bald auch Niederlassungen und Werke in anderen Ländern eröffnete (1879 Linz, 1883 Komotau, Mailand, 1887 Bukarest, 1892 Zagreb, 1895 Flushing/New York).

1930 führte man den Markennamen Thomy ein, weil die Endung mit »y« besser geeignet war, sich auf den internationalen Märkten durchzusetzen. 1934 folgte mit dem Tuben-Senf eine weitere Neuerung – zuvor wurde Senf lose aus Steinguttöpfen heraus verkauft.

Aufgrund des zunehmenden Rohstoffmangels schlossen sich die beiden großen deutschen Landkaffeehersteller Heinrich Franck Söhne GmbH (seit 1868 in Ludwigsburg ansässig) und Kathreiners Malzkaffee Fabriken GmbH aus München 1943 zusammen; das neue Unternehmen firmierte zunächst als Franck & Kathreiner GmbH und ab 1964 als Unifranck Lebensmittelwerke GmbH. 1954 brachte Franck & Kathreiner Thomy-Senf nach Deutschland; ab 1956 wurde er in einem Franck-Werk in Neuss produziert, das bereits seit 1913 existierte. In den 1950er und 1960er Jahren erweiterte man das Sortiment um Mayonnaise (1951), löslichen Kaffee (1957) und Essigprodukte (1965).

1971 kam es zum Zusammenschluss der Interfranck Holding AG, zu der Unifranck (Thomy, Caro-Landkaffee) gehörte, mit der Schweizer Ursina AG (Allgäuer Alpenmilch AG; Alete, Bärenmarke) zur Ursina Franck AG (Bern). 1973 wurde Ursina-Franck von der Nestlé Alimentana AG übernommen. 1989 zog sich die Familie Thomi vollständig aus der Firma zurück.

Unter dem Markennamen Thomy werden heute Senf, Mayonnaise, Ketchup, Salatsaucen, Meerrettich, Speiseöl, Brotaufstriche und Essig verkauft. Produktionsstandorte gibt es in Basel, Neuss und Biessenhofen. Das frühere Kathreiner-Werk in Karlsruhe wurde 2001 geschlossen.

Text: Toralf Czartowski

Thomy Logo
Nestlé Logo
Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54