Markenlexikon

Teekanne

Deutschland

Die Marke Teekanne – anfangs in der Schreibweise Theekanne – wurde 1888 von der sechs Jahre zuvor gegründeten Dresdener Teehandelsfirma Firma R. Seelig & Hille (Teeladen für Japan- und Chinawaren sowie Thee) etabliert. 1892 verkauften die damaligen Eigentümer Eugen Nissle und Rudolf Anders erstmals abgepackte Teemischungen. Ab 1914 belieferte Teekanne die deutsche Armee mit Tee, der portionsweise in Mullsäckchen verpackt war; sie wurden unter dem Markennamen Teefix verkauft (den ersten Teebeutel aus Seide hatte der US-Teehändler Thomas Sullivan bereits 1904 oder 1908 entwickelt). Da dieser Tee kaum Aroma hatte, sondern nur das Wasser braun färbte, nannten ihn die Soldaten bald »Teebombe«.

Nach jahrelangen Experimenten mit Papier, Falttechniken, Teesorten und Maschinen gelang dem Teekanne-Ingenieur Adolf Rambold 1929 schließlich der Durchbruch: er entwickelte eine Teepackmaschine, die preiswerte Teebeutel aus geschmacksneutralem Spezialpergamentpapier herstellen konnte.

1946 wurde das Werk in Dresden enteignet, nach Radebeul auf das Gelände der Otto E. Weber GmbH (Tee, Kaffee-Surrogat, Kaffeegewürze) verlegt und unter dem Namen Teehaus (ab 1954) weitergeführt; die Eigentümerfamilie gründete in Viersen eine neue Firma, die ihren Sitz 1954 nach Düsseldorf verlegte. 1949 gelang Rambold eine weitere Innovation: seine Constanta-Teepackmaschine faltete die fünfzehn Zentimeter langen Papierstreifen aus Manila-Fasern und Zellulose zu einem Schlauch, der ungefähr in der Mitte geknickt, von beiden Seiten mit Tee gefüllt und oben mit einer Heftklammer verschlossen wurde. Das Doppelkammersystem führte dazu, dass der Tee von allen Seiten mit heißem Wasser umspült werden konnte. 1951 entstand in Salzburg (Österreich) ein weiteres Werk. 1991 kaufte Teekanne die ostdeutsche Firma Teehaus Radebeul zurück und reanimierte die Marke Teehaus 1994 (in Sachsen) und 1997 (in ganz Deutschland).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54