Markenlexikon

Sylvania

USA

Robert K. Mickey, Charles J. Schaut und Alfred Schaut gründeten 1906 in St. Marys/Pennsylvania die Novelty Incandescent Lamp Company – kurz NILCO; Die Firma stellte dekorative Miniatur-Glühlampen her. Schon ein Jahr später erwarb Josiah Howard, der Besitzer der C. B. Howard Company, die Firma und errichtete in Emporium/Pennsylvania eine neue Glühlampenfabrik. Da die Geschäfte nicht besonders gut liefen, verkaufte Howard 75 Prozent der Nilco-Anteile 1910 an den Automobilkonzern General Motors (GM), der den Elektroingenieur Benard G. Erskine zum neuen Chef des Unternehmens machte. 1920 verkaufte GM Nilco an den Elektrokonzern General Electric (GE), der zum Teil aus den Firmen des Glühlampenerfinders Thomas Alva Edison entstanden war. Infolge der Rezession von 1921 gab GE Nilco an Benard Erskine, Joseph C. Wortman und Guy S. Felt ab, die die Firma 1922 in Nilco Lamp Works umbenannten und die Produktion wieder in der ursprünglichen Fabrik in St. Marys konzentrierten. Der Firmensitz blieb jedoch in Emporium.

Zur Produktion von Radioröhren gründete Nilco 1924 die Tochtergesellschaft Sylvania Products Company. Der Name Sylvania (von lat. »Silva« = »Wald« und dem römischen Waldgott Silvanus) wurde wegen des Firmensitzes in Pennsylvania (benannt nach William Penn und »Silva« = Penn-Waldland) gewählt. Die Sylvania-Röhren wurden landesweit beworben und daher bald erfolgreicher als das Glühlampengeschäft. Ende der 1920er Jahre bekam Sylvania mit Philco einen straken Konkurrenten im Radiogeschäft, sodass sich Nilco/Sylvania 1931 mit einem weiteren Glühlampen- und Röhrenproduzenten, der Hygrade Incandescent Lamp Company aus Salem/ Massachusetts, zur Hygrade Sylvania Corporation zusammenschloss. Das neue Unternehmen wurde so zum zweitgrößten Röhrenproduzenten der USA (nach RCA) und zum drittgrößten Glühlampenproduzenten (nach General Electric und Westinghouse). 1938 brachte Hygrade-Sylvania erstmals eine eigene TV-Bildröhre auf den Markt. Ein Jahr später stellte Sylvania auf der New York World’s Fair die ersten Leuchtstoffröhren vor.

1942 benannte sich die Hygrade Sylvania Corporation in Sylvania Electric Products Inc. um. Zu dieser Zeit besaß das Unternehmen 6 Fabriken in Pennsylvania (Emporium, St. Marys, Towanda) und Massachusetts (Beverly, Danvers, Salem) mit rund 6000 Angestellten; 1945 waren es infolge der Kriegsproduktion bereits 29 Fabriken und über 30.000 Angestellte. Ab 1949 produzierte Sylvania auch komplette Fernsehgeräte. In den 1950er Jahren wuchs Sylvania zu einem fürenden US-Elektronikproduzenten mit 60 Fabriken in 20 Bundesstaaten heran, der neben Consumer-Produkten (Radiogeräte, Fernsehgeräte, Glühlampen, Kameras) u.a. auch Elektronik für das Militär, Brennelemente für Atomreaktoren und Halbleiterbaulelemente produzierte. 1954 eröffnete das Unternehmen seine größte Fabrik in Batavia/New York.

1959 schloss sich Sylvania mit der General Telephone Corporation zur General Telephone and Electronics Corporation (GT&E, ab 1971 GTE, ab 1982 GTE Corporation) zusammen. GTE war jahrzehntelang der einzige Konkurrent des mächtigen Telefonkonzerns AT&T (American Telephone and Telegraph Company). Der Versuch einen eigenen Computer auf den Markt zu bringen (Sylvania 9400), wurde Anfang der 1960er Jahre schon frühzeitig wieder aufgegeben. Sylvania Electric Products Inc. benannte sich 1971 in GTE-Sylvania Inc. um, der Firmensitz des Gesamtkonzerns befand sich ab 1973 in Stamford/Connecticut. 1974 erwarb GTE-Sylvania die Radio- und Fernsehgeräteproduktion den einstigen Konkurrenten Philco, der seit 1961 zu Ford gehörte (Philco-Ford). Diese Sparte wurde jedoch 1981 an Philips weiterverkauft. Von 1968 bis 1980 gehörte auch der deutsche Radio- und TV-Gerätehersteller Saba aus Villingen-Schwenningen zu GTE.

1993 erwarb die Osram GmbH, damals noch eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Siemens AG, Teile des GTE-Lichtgeschäfts und die Marke Sylvania in Australien, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Puerto Rico und den USA. In allen anderen Ländern gehört die Marke Sylvania der Firma SLI Sylvania Lighting International (Genf/Schweiz), die 2007 von dem indischen Elektrokonzern Havells übernommen wurde.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54