Markenlexikon

Stihl

Deutschland

Es gibt wohl kaum einen Wald auf dieser Erde, der nicht schon Bekanntschaft mit Stihl-Motorsägen gemacht hat. Umweltschützer wird das nicht so sehr freuen, die Waldarbeiter, die früher mit Äxten und Sägen zu Werke gehen mussten, schon. 1926 entwickelt der Maschinenbau-Ingenieur Andreas Stihl (1896 – 1973), der in Cannstadt bei Stuttgart gerade eine eigene Maschinenfabrik gegründet hatte, die weltweit erste mobile Kettensäge mit Elektromotor und wurde damit zum Vater der Motorsäge. Zwei Jahre nachdem die Thüringer Firma Dolmar die erste Säge mit Benzinmotor auf den Markt gebracht hatte, begann 1929 auch Stihl mit der Produktion dieser Geräte. Diese Sägen waren jedoch noch so schwer, dass sie nur von zwei Mann bedient werden konnten (46 Kilogramm). Bereits in den 1930er Jahren exportierte das Unternehmen beträchtliche Mengen seiner Baumfällmaschine in die Sowjetunion, nach Kanada und in die USA.

1938 erwarb Stihl eine Papiermühle in Neustadt an der Rems (bei Waiblingen) und errichtete dort eine zweite Produktionsanlage. Nachdem das Werk in Cannstatt 1944 durch einen Bombenangriff zerstört worden war, wurde die gesamte Produktion dorthin verlagert. 1950 brachte Stihl die erste Einmann-Benzin-Motorsäge der Welt auf den Markt; die Stihl BL wog nur noch 16 Kilogramm. Besonders erfolgreich wurde 1959 die Stihl Contra (12 Kilogramm), die die Waldarbeit endgültig motorisierte. Ab 1957 bot Stihl zahlreiche Anbaugeräte für die Motorsäge an (Durchforstungsschienensäge, Freischneider, Pfahl- und Pflanzloch-Bohrgerät, Saug- und Druckpumpe, Reinigungssäge). Von 1948 bis 1963 baute Stihl auch leichte Traktoren.

Anfang der 1970er Jahre avancierte Stihl zum größten Motorsägenhersteller der Welt. In dieser Zeit entstanden überall auf der Welt Tochtergesellschaften und Produktionsstätten (1966 Österreich, 1971 Australien, 1973 Brasilien, 1974 Schweiz, 1974 USA, 1978 Großbritannien, 1980 Frankreich, 1981 Kanada, 1983 Neuseeland). Durch die Übernahme der Viking GmbH aus Kufstein (1992) wurde die Produktpalette um motorbetriebene Gartengeräte (Rasenmäher, Motorhacken, Häcksler) erweitert.

Stihl-Produkte (Blasgeräte, Bohrgeräte, Freischneider, Hochdruckreiniger, Motorsägen, Motorsensen, Nass- und Trockensaugern, Trennschleifer) werden heute nahezu in ganze die Welt verkauft. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland (Waiblingen, Wiechs am Randen, Prüm, Ludwigsburg), Brasilien (São Leopoldo; seit 1973), der Schweiz (Wil; seit 1974), den USA (Virginia Beach, Virginia; seit 1974), Österreich (Kufstein; seit 1992) und China (Qingdao; seit 2006).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54