Markenlexikon

Steiff

Deutschland

Die in der schwäbischen Stadt Giengen geborene Näherin Appolonia Margarete Steiff (1847 – 1909) war infolge einer Kinderlähmung seit frühester Kindheit an den Rollstuhl gefesselt. Trotzdem machte sie sich 1877 mit einem Filzfachgeschäft in ihrer Heimatstadt selbstständig. Zunächst verkaufte sie selbst genähte Frauenunterröcke und Kindermäntel. 1880 fertigte sie mehrere Filz-Nadelkissen in Form eines Elefanten, die sie an die Kinder ihrer Verwandten und Bekannten verschenkte. Da sich die Elefanten überaus erfolgreich verkauften, konzentrierte sich die Firma fortan vor allem auf die Plüschtier-Produktion. 1892 erschien der erste Plüschtier-Katalog.

1902 entwickelte Richard Steiff, ein Sohn von Margaretes Bruder Fritz, einen Stoffbären mit beweglichen Armen und Beinen, Glasaugen und einem Fell aus Mohairplüsch. Die ersten 3000 Bären erwarb ein Amerikaner; international bekannt wurden sie 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis/Missouri. In der Folgezeit stieg die Zahl der verkauften Plüschbären rapide an. 1906 kam für die Steiff-Bären – und die anderer Hersteller – in den USA die Bezeichnung Teddy-Bär auf. Namenspate war der damalige Präsident Theodore (Teddy) Roosevelt, der häufig auf Bärenjagd ging. Morris Mitchom, neben Aaron Cone Mitbegründer der 1903 gegründeten Ideal Novelty and Toy Company, soll auf die Idee mit dem Namen Teddy gekommen sein und sich sogar vom Präsidenten persönlich die Genehmigung dafür geholt haben.

Nachdem Margarete Steiff 1909 verstorben war, wurde die Firma von den Söhnen ihres Bruders weitergeführt. Das »Knopf im Ohr«-Markenzeichen (ein Metallknopf mit einem eingeprägten Elefanten – später mit dem Namenszug Steiff) gibt es seit 1904. Das Unternehmen befindet sich bis heute in Familienbesitz.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54