Markenlexikon

Sharp

Japan

Tokuji Hayakawa (1893 – 1980) eröffnete 1912 im Alter von 18 Jahren in Tokyo eine kleine Schlosserei. Das erste Produkt waren Gürtelschnallen. 1915 entwickelte er einen mechanischen Drehbleistift, den man nie anspitzen musste. Diese Idee hatte 1913 auch schon der amerikanische Erfinder Charles Keeran gehabt, der seinen Stift Eversharp nannte. Dieser Name veranlasste die Japaner, ihre Version in den USA als »Ever Ready Sharp Pencil« zu verkaufen (noch heute werden in Amerika Drehbleistifte als Ever-Sharps bezeichnet). Während des großen Erdbebens vom 1. September 1923 wurde Hayakawas Fabrik zerstört, sodass man den Firmensitz 1924 nach Osaka verlegte. Ab 1925 produzierte die Firma, die damals noch Hayakawa Metal Works hieß, Radiogeräte, 1953 kam das erste Fernsehgerät von Sharp auf den japanischen Markt, in den 1960er Jahren folgten Mikrowellenöfen, Audiogeräte und Tischrechner, 1973 Taschenrechner und 1981 Home-Computer. Nachdem sich das Unternehmen 1942 zunächst in Hayakawa Electric Industry Company umbenannt hatte, führte man 1970 den heutigen Firmennamen Sharp Corporation ein. Sharp produziert u.a. Fernsehgeräte, LCD-Monitore, Audioanlagen, Haushaltsgeräte (Kühlschränke, Mikrowellengeräte, Staubsauger, Luftreiniger), Digitale Drucksysteme, Kassensysteme, Taschenrechner, Projektoren, Solarmodule, LED-Lichtsysteme und elektronische Bauteile.

Im Frühjahr 2016 erwarb der taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn Technology 66 Prozent der Sharp-Anteile. Foxconn, 1974 von Terry Gou gegründet, produziert u.a. Hardware (Smartphones, Spielekonsolen, Mainboards, Notebooks, elektronische Bauteile) für internationale Konzerne wie Acer, Apple, Cisco, Dell, HP, Intel, Microsoft, Motorola, Nintendo, Nokia, Samsung, Sony und Toshiba, vermarktet aber auch zahlreiche Elektronik-Produkte (Hauptplatinen, Barebones, Grafikkarten, Netzteile, Lüfter) unter eigenem Namen (Foxconn, WinFast, Leadtek).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54