Markenlexikon

Sandeman

Großbritannien

Sherry kommt eigentlich aus dem Weinanbaugebiet Jerez de la Frontera im südwestspanischen Andalusien. Noch heute wird das Gebiet um die Städte Jerez de la Frontera, Puerto de Santa Maria und Sanlucar de Barrameda Sherry-Dreieck genannt. Weltweit bekannt machten ihn jedoch die Engländer, allen voran Thomas Osborne, George Sandemann (1765 – 1841) und John Harvey. Sie erfanden auch das Wort Sherry, weil ihnen Jerez (span. Chares ausgesprochen) zu kompliziert war. Im 16. Jahrundert brachten englische Seefahrer die ersten Ladungen Sherry-Wein vom spanischen Cádiz ins englische Plymouth, von wo der Sherry seinen Siegeszug auf der britischen Insel antrat.

1790 gründete der Schotte George Sandemann in London eine Weinhandlung, die sich auf den Handel mit spanischem Sherry und portugiesichem Portwein konzentrierte. 1879 erwarb er seine erste Sherry-Bodega in Jerez de la Frontera. 1792 verschiffte Sandemann erstmals Portwein unter seinem Namen nach England. 1928 erfand George Massiot Brown den berühmten schwarzen Don Sandeman als Markenzeichen der Firma.

1980 verkauften die Erben die Herstellerfirma an den kanadischen Spirituosenkonzern Seagram (Barton & Guestier, Captain Morgan, Chivas Regal, Jameson, Martell, Mumm, Seagram's Extra Dry Gin, Seagram's 7 Crown, Seagram's V.O.). 2000 schloss sich Seagram, inzwischen auch im Besitz des Unterhaltungskonzerns MCA/Universal, mit dem französischen Wasserversorgungskonzern Vivendi zusammen. Um den Deal zu finanzieren, musste Vivendi-Universal jedoch die profitablen Spirituosenmarken an Diageo, Pernod-Ricard und Allied-Domecq verkaufen; Sandeman übernahm der portugiesische Weinerzeuger Sogrape Vinhos (Sociedade Comercial dos Grandes Vinhos de Mesa de Portugal) aus Avintes.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53