Markenlexikon

Samsung

Südkorea

Samsung ist eines jener asiatischen Konglomerate, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Unter dem Dach der Samsung Group sind so unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen wie Notebooks, Smartphones, Fernsehgeräte, Haushaltsgeräte, Containerschiffe, Tanker, Ölbohrschiffe, Windkraftanlagen, Heizkraftwerke, Flugzeug- und Hubschraubertriebwerke, Artilleriegeschütze, Versicherungen, Kreditkarten, Chemikalien, Präzisionsglas, Speicherchips, Hochhäuser (u.a. Petronas Towers, Burj Khalifa, Taipei 101), Brücken (Incheon Grand Bridge), U-Bahnsysteme (Delhi Metro Rail Corporation), Freizeitparks (Samsung Everland) und Automobile versammelt.

Die Ursprünge dieser Vielfalt gehen auf Byung-Chull Lee (1910 – 1987), den Besitzer einer Reismühle zurück, der 1938 in Su-dong bei Daegu eine Handelsfirma für Agrarprodukte (Reis, Nudeln) gründete. Das Unternehmen mit 40 Angestellten hieß Samsung Sanghoe, wobei Samsung auf koreanisch »drei Sterne« bedeutet. Nach dem Korea-Krieg (1950 – 1953) importierte die Firma alles, was für den Wiederaufbau des Landes gerade benötigt wurde. In den 1950er und 1960er Jahren gründete Samsung Zucker-, Textil- und Papierfabriken (1953 Cheil Sugar Manufacturing, 1954 Cheil Woolen Fabrics Industries, 1965 Saehan Paper Manufacturing), erwarb Versicherungsgesellschaften (1958 Ankuk Fire & Marine Insurance, 1963 DongBang Life Insurance), gab eine Zeitung heraus (1965 Joong-Ang Ilbo) und errichtete in Yongin den Vergnügungspark Everland (Eröffnung 1976).

Samsung Electronics Zentrale Seoul
Samsung Electronics Zentrale Seoul

Samsung Electronics, das heutige internationale Aushängeschild der Samsung Group, entstand 1969 als Jointventure mit dem japanischen Unternehmen Sanyo Electric (Samsung-Sanyo Electronics; ab 1975 Samsung Electro-Mechanics; ab 1977 Samsung Electronics). Zunächst produzierte Samsung-Sanyo Schwarzweiß-Fernsehgeräte, 1974 folgten Waschmaschinen und Kühlschränke, 1977 Farbfernseher, 1979 Mikrowellengeräte, 1980 Klimaanlagen, 1983 Personal-Computer und 1991 Mobiltelefone. 1974 stieg Samsung mit einer 50-prozentigen Beteiligung an Korea Semiconductor auch in den Bereich Halbleiter ein.

In den 1970er und 1980er Jahren entstanden weitere Tochtergesellschaften wie 1970 Samsung Engineering, 1974 Samsung Heavy Industries und Samsung Petrochemical, 1977 Samsung Construction, Samsung Camera, Samsung Shipbuilding, Samsung Fine Chemicals und Samsung Precision, 1983 Samsung Watch, 1985 Samsung Data Systems, 1987 Samsung Aerospace Industries und 1988 Samsung General Chemicals. Mit der Gründung des Samsung-Nissan-Jointventures versuchten die Koreaner 1994 auch im Automobilsektor Fuß zu fassen. Einige dieser Unternehmen wurden inzwischen zusammengelegt und umbenannt, andere infolge der asiatischen Finanzkrise in den späten 1990er Jahren verkauft. Im Jahr 2000 beteiligte sich der französische Renault-Konzern, dem inzwischen auch rund 44 Prozent von Nissan gehören, mit 70 Prozent an Samsung Motors, was zur Gründung des neuen Unternehmens Renault Samsung Motors (RSM) führte.

Die wichtigsten Gesellschaften der Samsung Group sind die Samsung C&T Corporation (Bauindustrie, Einzelhandel, internationaler Handel), Samsung Electronics (Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Speicherchips), Samsung Heavy Industries (Schiffbau), Samsung Fire and Marine Insurance (Versicherungen), Samsung Life Insurance (Lebensversicherungen), Samsung Techwin (Flugzeugtriebwerke), Samsung Card (Kreditkarten) und Samsung General Chemicals (Chemie).

Text: Toralf Czartowski | Foto(s): Pixabay

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53