Markenlexikon

Revell

USA

Lewis H. Glaser (1917 – 1972) gründete 1943 in Venice/California die Firma Precision Specialties Inc., die zunächst Spielzeugautos, Zubehör für Puppenstuben, Kindertaschenlampen, Spielzeug-Waschmaschinen und Kosmetikprodukte herstellte. Den Markennamen Revell (von frz. »réveil« = auf-/erwachen) ließ sich ein Angestellter in Anlehnung an die bekannte Kosmetikfirma Revlon einfallen. 1947 kam der Gründer auf die Idee, aus mehreren Kunststoffteilen ein maßstabsgetreues Auto zusammenzubauen; die englische Firma Frog hatte bereits in den frühen 1930er Jahren Flugzeug-Modelle im Maßstab 1:72 aus Bakelit hergestellt. 1951 gingen die ersten Bausätze mit Oldtimer-Modellen in Produktion; diese Serie wurde unter dem Namen Revell Highway Pioneers verkauft. 1953 kamen die ersten Schiffs- und Flugzeugmodelle auf den Markt (USS Missouri, Lockheed F-94 C »Starfire«, Chance-Vought XF7U-1 »Cutlass«, Grumman F9F-6 »Cougar«). Revell hatte mit den Modellbausätzen bald soviel Erfolg, dass man sich ganz darauf konzentrierte.

1956 gründete Revell eine Tochtergesellschaft in Bielefeld (der Firmensitz wurde 1957 nach Bünde verlegt), die zunächst die originalen Bausätze aus den USA in Europa vertrieb, seit den frühen 1970er Jahren aber auch eigene Bausätze europäischer Autos, Flugzeuge, Schiffe, Raketen, Raumschiffe und Lokomotiven entwickelte und herstellte. 1976 erreichte die Popularität des Plastikmodelle seinen Höhepunkt, um dann 1979 einzubrechen.

Royle Glaser, die Witwe des Gründers, verkaufte das Unternehmen schließlich an den Vertriebspartner Compagnie Générale du Jouet. 1988 kam es zum Zusammenschluss von Revell und Monogram Models (Morton Grove/Illinois), ebenfalls ein Hersteller von Modellbausätzen. 1994 wurde die Hallmark-Cards-Tochtergesellschaft Binney & Smith (Crayola-Buntstifte) neuer Eigentümer von Revell-Monogram, 2001 der Spielwarenhersteller Alpha International aus Cedar Rapids/Iowa (Big Wheel, Gearbox Toys, Grand Champions, Horse Country) und Ende 2002 die R-M Investments Group aus Chicago. 2003 verlegte Revell-Monogram seinen Hauptsitz nach Northbrook/Illinois.

2006 trennten sich Revell-Monogram und Revell Deutschland; beide Firmen operieren nun selbstständig, Revell-Monogram auf dem nordamerikanischen Markt und Revell Deutschland auf dem europäischen Markt. Auf allen anderen Märkten agiert jedes Unternehmen für sich. Lediglich die Markenrechte befinden im Besitz einer gemeinsamen Firma. Eigentümer von Revell Deutschland ist eine Investorengruppe um das Revell-Management. Revell-Monogram wurde 2007 von Hobbico, einem US-Spielzeug-Einzelhändler und Hersteller von Plastikmodellbausätzen, Modelleisenbahnen und andere Hobby-Produkten, übernommen. Inzwischen stellt Revell auch Slotcars für Autorennbahnen (ab 1964), Metallbausätze von historischen Autos, Flugzeugen und Schiffen (ab 1986), Schmuck für Mädchen (Mag-Cliks; ab 2004), Fußball-Actionfiguren (Kick-O-Mania; ab 2004) und Abenteuerfiguren (epixx; ab 2005) her, außerdem spezielle Farben, Kleber, Lösungsmittel, Pinsel und Airbrush-Produkte (ab 1976).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53