Markenlexikon

Rémy Martin

Frankreich

Seit der römische Feldherr Gaius Julius Caesar 51 v. Chr. Gallien, das heutige Frankreich, erobert hatte, wurde in der südwestfranzösischen Stadt Cognac, rund 100 Kilometer nördlich von Bordeaux, Wein angebaut. Allerdings hatte der Wein aufgrund des maritimen Klimas und des kalkhaltigen Bodens eine eher dürftige Qualität. Das brachte englische und holländische Händler im 17. Jahrhundert auf die Idee, den Weißwein zu destillieren und ihn als Branntwein zu verkaufen. Bald darauf begannen die Weinbauern der Charente, ihren Wein selbst zu destillieren, u.a. Jean Martell (1715), Paul Emile Rémy Martin (1724), Richard Hennessy (1765) und Emanuel Courvoisier (1790).

Doch erst die doppelte Destillation, die auf einen Chevalier de la Croix Marron zurückgehen soll, machte aus dem gewöhnlichen Branntwein den edlen Cognac, wobei auch das Alter (in der Regel zwischen zwei und sechs Jahren), die Lagerung (Fässer aus mindestens vierzigjährigen Limousin- oder Troncais-Eichen) und die Kunst des Brennmeisters einen großen Einfluss auf die Qualität haben. Seit 1909 dürfen nur noch Branntweine aus einem genau abgesteckten Weinanbaugebiet in der Charente als Cognac verkauft werden. Alle anderen Branntweine aus Weindestillaten heißen Brandy, Weinbrand oder Eau-de-vie de vin. Außerdem wurden damals auch die Erntemengen, die Rebsorten (Folle Blanche, Colombard, St. Emilion), die Destillationsart und die Gliederung des Gebietes in sechs Qualitätszonen festgelegt (Grand Champagne, Petite Champagne, Borderies, Fins Bois, Bon Bois, Bois Ordinaire). Diese Gebiete in der Charente haben mit der nordostfranzösischen Landschaft Champagne, wo der Champagner seinen Ursprung hat, nur den Namen gemeinsam.

1990/1991 schloss sich die Herstellerfirma E. Rémy Martin & Cie. (Cognac) mit dem Likörhersteller Cointreau & Cie. (Angers) zusammen. Rémy-Cointreau gehören inzwischen auch die Marken Bols, Charles Heidsieck, Metaxa und Piper Heidsieck.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53