Markenlexikon

Puma

Deutschland

Puma ist wie Adidas eine Gründung der Dassler-Familie. Seit 1924 betrieben die Brüder Adolf (Adi) und Rudolf (Rudi) Dassler (1898 – 1974) im fränkischen Herzogenaurach eine gemeinsame Schuhfabrik, die vor allem mit spikebesetzten Sprintschuhen große Erfolge feierte. Nachdem sie sich jedoch zerstritten hatten, teilten sie ihre Firma 1948 auf: Rudolf bekam die Fabrik oberhalb der Aurach, Adi die unterhalb. Rudolf gründete im Oktober 1948 die Puma Schuhfabrik Rudolf Dassler (ab 1959 Puma Sportschuhfabriken Rudolf Dassler KG) und Adi folgte im August 1949 mit der Adidas GmbH (Adi + Dassler).

Der Puma ist eine in Nord- und Südamerika beheimatete Katzenart, die auch unter Namen wie Berglöwe, Silberlöwe, Cougar oder Panther bekannt ist, wobei die Bezeichnung Panther in Europa für den Leoparden und den Jaguar verwendet wird. Das Wort »Puma« stammt aus der Ketschua-Sprache und bedeutet soviel wie »kraftvoll«.

Nach der Aufteilung der Firma sprachen die Brüder kein Wort mehr miteinander und bekämpften sich mit allen erdenklichen Mitteln (die Söhne Horst und Armin Dassler setzten die Fehde ihrer Väter, in die die gesamte Stadt Herzogenaurach hineingezogen wurde, später fort). Trotzdem durchliefen beide Unternehmen eine ähnliche Entwicklung, obwohl man Adidas insgesamt als die erfolgreichere Firma bezeichnen kann. In den 1950er und 1960er Jahren waren Adidas und Puma Weltmarktführer, in den 1970er Jahren verschliefen sie gemeinsam den Trend zur Freizeitmode, und in den 1980er Jahren hatten beide folglich mit schweren Krisen zu kämpfen, die letztendlich zum Verkauf führten.

Das Familienunternehmen Puma wurde 1986 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und kam 1991 unter die Ägide des schwedischen Sportartikelkonzerns Aritmos (Adidas war bereits ein Jahr zuvor von den Erben veräußert worden). Seit dieser Zeit gaben sich bei Puma die Eigentümer die Klinke in die Hand: Aritmos wurde 1994 von der schwedischen Investmentfirma Proventus übernommen, von 1996 bis 2003 war die niederländisch-amerikanische Filmproduktionsfirma Monarchy Regency Mehrheitsaktionär der Puma AG und 2005 erwarb die Vermögensverwaltung Mayfair, die den Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz gehört, 25 Prozent der Puma-Aktien, die sie bereits 2007 an die französische Holdinggesellschaft PPR Pinault Printemps Redoute (Gucci Group/Yves Saint Laurent, La Redoute Versandhaus, Möbelkette Conforama, Fnac Mediengeschäfte) weiterreichte. PPR (seit 2013 Kering) erwarb nicht nur den Myfair-Anteil, sondern rund 62 Prozent der Puma AG. 2010 erwarb Puma von dem US-Konsumgüterkonzern Fortune Brands (Jim Beam, Titleist, FootJoy, Master Lock, Pinnacle Golf) den Golf-Equipment-Hersteller Cobra Golf aus Carlsbad/California.

Wie auch die Konkurrenten Adidas und Nike, lässt Puma seine Produkte von Auftragsherstellern in rund 40 Ländern fertigen, u.a. von Yue Yuen Industrial Limited (Hongkong), dem größten Sportschuhhersteller der Welt, mit Fabriken in China, Indonesien, Taiwan, Thailand und Vietnam. Yue Yuen produziert auch für Adidas, Asics, Clarks, Converse, Nike, Reebok, Rockport und Timberland. Zu den bekanntesten Sportlern, die bei Puma unter Vertrag standen, gehören u.a. Pelé, Günther Netzer, Johan Cruyff, Guillermo Vilas, Mario Kempes, Bruno Conti, Evelyn Ashford, Boris Becker, Martina Navratilova, Heike Drechsler, Linford Christie, Lothar Matthäus (sein Vater arbeitete bei Puma als Hausmeister), Diego Maradona, Rudi Völler und Serena Williams.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53