Markenlexikon

Pontiac

USA

Die Ursprünge von Pontiac gehen auf die 1893 von Edward M. Murphy, S.E. Beach und Francis Emmendorfer gegründete Pontiac Buggy Company zurück, einen Hersteller von Kutschen, der sein Domizil in der kleinen Stadt Pontiac (Michigan), nicht weit von Detroit entfernt, hatte. Der Ort war nach Obwandiyag (ausgesprochen: bwondiac; 1720 – 1769), einem Häuptling der Ottawa-Indianer, benannt. Für die Autoproduktion gründete Murphy 1907 eine zweite Firma, die er nach dem Oakland County, zu dem Pontiac gehörte, Oakland Motor Company (ab 1908 Oakland Motor Car Company) nannte.

Anfang 1909 verkaufte Murphy die Hälfte seiner Firma an General Motors, und als er kurz darauf starb, übernahm GM auch die restlichen Aneile. Oakland wurde nun neben Buick und Oldsmobile die dritte Marke der gerade gegründeten General Motors Company (ab 1916 General Motors Corporation).

1926 adaptierte Oakland die ehemalige Kutschenmarke Pontiac für ein neues Modell, den Pontiac Six (wegen des Sechszylinder-Motors), der sich Dank seines niedrigen Preises noch besser verkaufte als die Fahrzeuge der Muttergesellschaft. Zur gleichen Zeit errichtete GM in Pontiac eine neue Fabrikanlage, die bis 1988 in Betrieb blieb. Die Oakland Motor Company firmierte ab 1932 als Pontiac Motor Company und seit 1933 als Pontiac Motor Division.

Als die Verkaufszahlen während der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre empfindlich zurückgegangen waren, entschloss man sich bei General Motors 1932, die Marke Oakland zugunsten von Pontiac einzustellen. Nachdem Pontiac die ganzen 1930er und 1940er Jahre über die typischen amerikanischen Familienautos gebaut hatte, die sich alle nicht sonderlich voneinander unterschieden, spezialisierte sich die Firma ab Mitte der 1950er Jahre zunehmend auf sportlichere Fahrzeuge mit allerlei interessanten Neuerungen wie Weitwinkel-Windschutzscheiben, Heckflossen und zweifarbiger Lackierung, sodass die Pontiacs aus dieser Zeit zu den schönsten amerikanischen Autos zählten (Chieftain, Star Chief, Bonneville).

Bis zur Einstellung der Marke im Jahr 2010 (infolge der General-Motors-Insolvenz) war Pontiac neben Chevrolet (Corvette, Camaro) innerhalb des GM-Konzerns für die sportlichen Fahrzeuge zuständig (1964 – 1974 GTO, 1967 – 2002 Firebird, 1984 – 1988 Fiero, 2003 – 2006 GTO, 2005 Solstice). In Europa wurden vor allem der Muscle-Car Firebird und der futuristische Minivan Pontiac Trans Sport/Oldsmobile Silhouette/Chevrolet Lumina APV (1990 – 1996) bekannt, der sich hier wesentlich besser verkaufte als in seinem Heimatland.

Produziert wurden die Pontiac-Modelle u.a. in den GM-Fabriken Doraville/Georgia, Flint/Michigan, Ingersoll/Ontario (Kanada), Detroit/Michigan, Kansas City/Kansas, Lansing/Michigan, Lordstown/Ohio, Norwood/Ohio, Orion Township/Michigan, Pontiac/Michigan, Sainte-Thérèse/Quebec (Kanada), San Luis Potosí (Mexiko), Tarrytown/New York, Van Nuys/California, Wilmington/Delaware und Ypsilanti/Michigan.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 02.06.2018 | 12:35