Markenlexikon

Playmobil

Deutschland

So wie viele berühmte Markenprodukte (Lego, Matchbox, Nutella), wurde das Playmobil-Spielzeug aus der Not heraus geboren. Die bereits 1876 von Andreas Brandstätter in Fürth gegründete Metallwarenfabrik, die seit 1908 unter dem Namen Geobra Brandstätter firmierte (nach dem damaligen Inhaber Georg Brandstätter), stellte zunächst Blechbeschläge her und ab 1921 auch Metall- und Plastikspielzeug. In den späten 1950er Jahren hatte Geobra Brandstätter großen Erfolg mit Hula-Hoop-Reifen, die 1957 von der amerikanischen Spielzeugfirma Wham-O (Frisbee) populär gemacht worden waren. Daneben produzierte die Firma u.a. lenkbare Sitztraktoren, Spardosen, Sparschweine, Wasserski, Kunststoff-Sportboote, Öltanks, Plattenspieler und Wechselsprechanlagen.

Playmobil
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Anfang der 1970er Jahre gingen jedoch die Preise für Kunststoffe auf Grund der Ölkrise steil nach oben. Der damalige Chefentwickler Hans Beck erfand daraufhin die kleinen bekannten Figuren, die viel weniger Plastikeinsatz erforderten als das herkömmliche große Spielzeug. 1974 wurden die 7,5 Zentimeter großen handgefertigten Männchen aus sieben Einzelteilen unter dem Namen Playmobil erstmals auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt. Bis 2015 hat der umsatzstärkste deutsche Spielzeughersteller über 2,8 Milliarden Playmobil-Figuren 4700 verschiedene Varianten hergestellt: Ob Bauarbeiter, Ritter, Indianer, Pirate, Polizist, Soldat, Astronaut, Arzt oder König – die immer lächelnden Figuren gibt es mit fast jeder denkbaren Identität. Dazu kommen noch Zubehör wie Ritterburgen, Autos, Pferde, Kutschen, Raumschiffe, Schwerter, Koffer, Taschen und Werkzeuge. Seit 1976 werden die Playmobil-Figuren von einer firmeneigenen Fabrik auf Malta (Hal Far) hergestellt - inzwischen jedoch nicht mehr von Hand zusammengesetzt, sondern von Automaten. Weitere Geobra-Werke gibt es in Dietenhofen (Bayern), Selb (Bayern), Onil (Spanien) und Cheb (Tschechien). Die Zentrale von Geobra-Brandstätter befindet sich in Zirndorf, im Landkreis Fürth.

Ebenfalls 1974 brachte die BIG Spielwarenfabrik (Bobby-Car) eine eigene Figurenserie auf den Markt (Play-Big), was zu jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fürther Firmen führte. 1979 entschied der Bundesgerichtshof, dass sich die Figuren deutlich genug voneinender unterschieden; trotzdem stellte BIG die Produktion der Play-Big-Figuren schon 1980 wieder ein.

Im Laufe der 2000er Jahre wurden in mehreren Städten Playmobil-Freizeitparks (Playmobil FunParks) eröffnet: Zirndorf, Fresnes bei Paris, Malta, Athen und Palm Beach Gardens/Florida.

Text: Toralf Czartowski | Foto(s): Pixabay

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53