Markenlexikon

Mariacron

Deutschland

Im Jahr 1098 gründete eine Gruppe Benediktinermönche des französischen Klosters von Citeaux (Cistercium) in Burgund den Orden der Zisterzienser. Eine clevere Regel der Mönche führte dazu, dass sich der Orden schnell über ganz Europa ausbreitete. Sobald in einem Zisterzienser-Kloster 60 Mönche lebten, mussten zwölf ausziehen und ein neues Kloster gründen. Der Orden beschäftigte sich mit dem Anbau von Getreide und vor allem Wein, was aufgrund des Ursprungs in Burgund auch nicht verwunderlich war. Eine ihrer Weisheiten lautete »Schenkst du Guten ein, schaust du Gott im Wein«. Die Mönche sollen erstmals den Chardonnay angepflanzt haben, sie definierten den »Cru«, einen Teil des Weinberges, wo der Wein jedes Jahr die gleiche Qualität hat und auch die Kultivierung des Rieslings wird ihnen zugeschrieben. Das 1265 in Oppenheim bei Mainz gegründete Zisterzienserinnenkloster Sankt Mariacron wurde im Zuge der Reformation 1568 aufgelöst. Die ehemalige Klosterbrennerei blieb jedoch bestehen; ab 1894 wurde hier auch Weinbrand hergestellt.

1962 ging die Brennerei in den Besitz des Getränke- und Spirituosenherstellers Eckes (Chantré, Eckes Edelkirsch, Hohes C, Zinn 40) aus dem nahegelegenen Nieder-Olm über, der die Marke Mariacron in ganz Deutschland einführte. Der Name Mariacron entstand aus dem lateinischen »Corona Sanctae Mariae« (Marienkrone). Ende 2006 verkaufte die Eckes AG, die inzwischen nur noch als Finanzholding fungiert und sich auf das Fruchtsaftgeschäft konzentriert (Dr. Koch Bio, Eckes Traubensaft, Granini, Hohes C, Frucht-Tiger), ihr deutsches Spirituosengeschäft (Eckes Spirituosen & Wein GmbH, Nieder-Olm, Eltville, Hochheim, Breisach) mit den Marken Chantré, Criss, Echter Nordhäuser, Eckes Edelkirsch, Freixenet (deutscher Vertrieb), Mariacron, Stock 84, Stroh und Zinn 40 an die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien, an der Harald Eckes-Chantré mit 58 Prozent beteiligt ist.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52