Markenlexikon

Lego

Dänemark

Der dänische Zimmermann Ole Kirk Christiansen (1891 – 1958) betrieb seit 1916 in dem Dorf Billund auf der Halbinsel Jütland eine kleine Tischlerei, in der er für die Bauern der Umgebung Schränke, Fenster, Türen, Leitern, Melkschemel und ähnliche Dinge des täglichen Bedarfs herstellte. Anfang der 1930er Jahre, als die Weltwirtschaftskrise auch Europa erreichte und niemand mehr Geld hatte, begann Christiansen Spielzeug aus Abfallholz zu bauen. Ein Großhändler, der der Meinung war, Spielzeug müssten Kinder auch in schlechten Zeiten haben, gab der Tischlerei einen Großauftrag. Doch als die Sachen fertig waren, ging der Händler pleite, und Christiansen karrte sein Spielzeug mit einem alten Ford T in die Läden der Umgebung, wo er auch alles los wurde. Mit allerlei Holzspielzeug überlebte die Tischlerei die nächsten Jahre.

1934 erfand Christiansen den Namen Lego, eine Abkürzung für das dänische »leg godt« (spiel gut). Ende der 1930er Jahre war Lego-Spielzeug bereits in ganz Dänemark bekannt. 1947 begann Lego auch Plastikspielzeug herzustellen, vor allem Bauklötze, die mittels Noppen zusammengesteckt werden konnten. Diese Noppen waren allerdings keine Erfindung von Lego, sie gab es auch schon vorher in Großbritannien und Deutschland.

Lego Stadt
Lego Stadt

Mit der Stabilität der zusammengesteckten Klötze war es jedoch noch nicht weit her, ständig fielen sie wieder auseinander und die Klagen der Käufer häuften sich. Fast 10 Jahre dauerte es, bis man bei Lego endlich einen Baustein mit ausreichender Klemmkraft entwickelt hatte. 1957 war es soweit. Ein Hohlraum im Inneren der Steine brachte die Lösung und wurde auch sofort patentiert. Von da an ging es mit den bunten Lego-Steinen steil aufwärts. Ende der 1950er Jahre besaß Lego schon Niederlassungen in vielen europäischen Ländern. 1960, ein Jahr nach dem Tod des Firmengründers, wurde die Produktion von Holzspielzeug ganz eingestellt. In den 1960er und 1970er Jahren brachte Lego weitere Grundbauteile wie Räder, Figuren, Straßenplatten und auch komplette Systeme (Lego Technic, Legoland, Legoland Space) auf den Markt. Da die normalen Steine für Kleinkinder unter drei Jahren nicht geignet sind, kamen 1969 die Duplo-Steine auf den Markt, die doppelt so groß sind – daher auch der Name Duplo (= lat. doppelt)

1968 eröffnete Lego in Billund den ersten Legoland-Freizeitpark, in dem berühmte Sehenswürdigkeiten der Welt (Abu Simbel, Akropolis, Capitol, Empire State Building, Freiheitsstatue, Schloss Neuschwanstein, Mount Rushmore) in verkleinerter Form aus Lego-Steinen nachgebaut sind. Inzwischen gibt es Legoland-Parks auch in Windsor/Großbritannien (seit 1996), Carlsbad/California (seit 1999), Günzburg/Deutschland (seit 2002) und Winterhaven/Florida (seit 2011), außerdem fünf Legoland Discovery Center (Chicago, Berlin, Dallas, Duisburg, Manchester). Betreiber der Freizeitparks ist seit 2005 die britische Merlin Entertainments Group, die sich wiederum im Besitz der Private-Equity-Gesellschaften Blackstone und CVC sowie der Lego-Investmentfirma Kirkbi befindet. Merlin gehören u.a. auch Madame Tussauds (Wachsfigurenkabinetts), The Dungeon (Gruselkabinetts), das Riesenrad »London Eye«, der Heide-Park Soltau, der Gardaland-Freizeitpark am Gardasee oder Dubailand.

Text: Toralf Czartowski | Foto(s): Pixabay

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52