Markenlexikon

Lancia

Italien

Vincenzo Lancia (1881 – 1937) war zunächst Buchhalter bei dem Turiner Fahrrad- und Autohersteller Ceirano. Dann ging er zu Fiat und wurde dort ein recht erfolgreicher Rennfahrer. 1906 tat er sich schließlich mit dem Fiat-Angestellten Claudio Fogolin zusammen und gründete in Turin eine eigene Firma. Der erste Lancia, der Tipo 51, kam 1907 heraus. 1911 entstand der erste Lastwagen und obwohl es nicht so bekannt ist, blieb die Nutzfahrzeugproduktion bis 1975, als aus dem Zusammenschluss von Fiat Veicoli Industriali Italia (mit den Marken Fiat und O.M.), Lancia Veicoli Speciali sowie Fiat France (mit der Marke Unic) und dem Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (mit der Marke Magirus-Deutz) die Industrial Vehicles Corporation (Iveco) entstand, eines der Hauptstandbeine des Unternehmens. Mit dem Lambda von 1922 revolutionierte Lancia die Automobilindustrie; es war das erste Auto mit einer selbsttragenden Karosserie – inspiriert von einem Schiffsrumpf. 1950 kam die von Pininfarina gestylte Fließhecklimousine Aurelia auf den Markt, die sich ebenfalls zum Trendsetter entwickelte.

1955 ging das Unternehmen zunächst in den Besitz des Zementfabrikanten Carlo Pesenti über, und 1969 wurde Fiat neuer Eigentümer. Einer der schönsten Lancias, der Stratos, kam 1972 heraus. Dieses von Bertone gestylte Auto gewann dreimal die Rallye-Weltmeisterschaft, 1974, 1975 und 1976. Die Rennversion wurde von dem ehemaligen Aeronautiker Gian Paolo Dallara gebaut, der auch an der Entwicklung des Lamborghini Miura und des De Tomaso Pantera beteiligt gewesen war. Aufgrund der Energiekrise Ende der 1970er Jahre musste die Produktion jedoch 1978 eingestellt werden. Insgesamt sollen nur rund 500 dieser wunderschönen Autos gebaut worden sein. Noch erfolgreicher war der Lancia Delta II von 1979, der die Rallye-WM sogar siebenmal gewann. In den 1970er und 1980er Jahren hatte Lancia allerdings auch mit gravierenden Qualitätsmängeln zu kämpfen, vor allem was den Rost betraf.

2010 legte der Fiat-Konzern (ab 2014 Fiat Chrysler Automobiles), der inzwischen auch Chrysler übernommen hatte, die Marken Chrysler und Lancia zusammen; in Nordamerika und anderen englischsprachigen Ländern werden die Chrysler-/Lancia-Modelle als Chrysler vermarktet, im Rest der Welt als Lancia. Produziert werden sie in Chrysler-Werken in den USA und europäischen Fiat-Werken.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52