Markenlexikon

Knirps

Deutschland

Von 1925 bis 1928 konstruierte der pensonierte Beamte Hans Haupt einen Taschenschirm mit zusammenschiebbarem Teleskopgestell, den man bequem in die Tasche stecken konnte und den der Erfinder deswegen Knirps nannte. Grund war eine Kriegsverletzung, die ihn daran hinderte, einen damals üblichen Langschirm zu benutzen. Die Industrie tat die Erfindung zunächst als Spielerei ab. Erst 1932 konnte Haupt den Solinger Schirmhersteller Bremshey & Co. überzeugen, den Knirps in Serie zu produzieren. Der neuartige Schirm revolutionierte die ganze Branche, die sich damals aufgrund der gerade aktuellen Regenschutzbekleidung in einer Krise befand. Den Knirps gab es zunächst nur als Damenschirm, da das Tragen eines Schirms damals noch als unmännlich galt. Erst 1938 bekamen auch die Herren ein eigenes Modell. Der Knirps wurde ein voller Erfolg und eine Zeit lang sprach man in Deutschland bei Regen nur noch von Knirpswetter. Nach dem 2. Weltkrieg brachten aus Deutschland heimkehrende G.I.s den Knirps auch in die USA. Da sich der Name Knirps immer mehr zum Gattungsbegriff für alle Taschenschirme entwickelte, führte die Firma in den 1950er den »Roten Punkt« als Markensymbol ein. Weitere Varianten waren 1953 der Auto-Knirps, 1965 der Automatik-Knirps (der erste selbstöffnende Taschenschirm) und 1968 der Etui-Knirps (Flachschirm). 1982 gliederte die Bremshey AG den Geschäftsbereich Schirme in eine selbstständige Tochtergesellschaft aus, die kurz darauf an die Solinger Firma Kortenbach & Rauh verkauft wurde. Seit 2000 heißt das Unternehmen Knirps GmbH.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52