Markenlexikon

Kneipp

Deutschland

Der katholische Pfarrer Sebastian Anton Kneipp (1821 – 1897) kam 1855 in das Allgäuer Dorf Wörishofen, wo er einerseits im dortigen Kloster als Beichtvater arbeitete und andererseits Vorträge über alternative Heilmethoden hielt (kalte und warme Wasseranwendungen, Pflanzenheilkunde, Ernährungs-, Bewegungs- und Ordnungstherapie). Bald gaben sich Kranke und Ärzte gleichermaßen die Klosterklinken in die Hand, um sich von dem Wasserdoktor heilen oder sich seine Methoden erklären zu lassen. Wörishofen entwickelte sich vor allem durch Kneipps Bücher, die in aller Welt verlegt wurden (1886 »Meine Wasserkur«, 1888 »So sollt ihr leben«), zur Pilgerstätte für Heilungssuchenden aus allen Schichten und Ländern. 1891 übertrug Kneipp dem Würzburger Apotheker Leonhard Oberhäußer, der ähnliche Ansichten wie er selbst vertrat, das exklusive Recht pharmazeutische und kosmetische Produkte sowie diätische Lebensmittel »mit dem Namen und dem Bilde des Herrn Pfarrer Sebastian Kneipp« zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben. Das war der Beginn der Kneipp-Werke Würzburg. Das erste Kneipp-Produkt, das Oberhäußer in seiner Würzburger Engel-Apotheke herstellte, waren Kneipp-Pillen gegen Darmträgheit. Bald folgten Tees, Pflanzensäfte, Pflanzenpulver, Tinkturen, ölige Auszüge sowie Fertigarzneimittel (Flatuol, Magentrost, Rosmarinwein). Heute stellt das Unternehmen in zwei werken (Ochsenfurt-Hohestadt, Bad Wörishofen) u.a. Arzneibäder, Badeöle, Beinspray, Erfrischungsgetränke, Fußbutter, Gesundheitsduschen, Haarwasser, Haut- und Massageöle, Lotions und Cremes, pflanzliche Arzneimittel, Pflegebäder, Salben, Sauna-Aufguss, Tees, Vitamine und Mineralien her. 2001 beteiligte sich die Paul Hartmann AG (Heidenheim), ein Hersteller von Medizin- und Hygieneprodukten (u.a. Verbandsmaterial), mit 80 Prozent an den Kneipp-Werken.

Text: Toralf Czartowski

Kneipp Logo
Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52