Markenlexikon

Kia

Südkorea

Chul-Ho Kim, ein koreanischer Ingenieur, der in den 1930er Jahren eine Schraubenfabrik in Japan betrieben hatte, gründete 1944 in Seoul eine Firma zur Herstellung von Stahlrohren und Fahrradersatzteilen. Zunächst hieß das Unternehmen Kyongseong Precision Industry. Während des Korea-Krieges (1950 – 1953) wurden die Fabrikanlagen nach Pusan verlegt. Der nächste Schritt waren 1952 komplette Fahrräder (die ersten in Korea); gleichzeitig benannte sich das Unternehmen in Kia Industry (ab 1990 Kia Motors) um. Der Name Kia entstand aus den chinesischen Schriftzeichen »ki« (aufsteigen) und »a« (Asien). 1961 nahm Kia die Produktion von Motorrädern auf.

Automobilproduktion begann 1962 mit einem dreirädrigen Klein-Lastwagen. Damit ist Kia der älteste koreanische Autohersteller. In den 1970er Jahren kamen große Lastwagen und Pkw hinzu. Der vierrädrige Titan (1971) war in Südkorea bald so verbreitet, dass das Wort »Titan« dort zum Synonym für Lastwagen wurde. 1973 entwickelte Kia den ersten koreanischen Benzinmotor, 1978 folgte der erste Dieselmotor. 1973 ging Kia an die südkoreanische Börse. Der Kia Brisa, eine Variante des Mazda Familia, war 1974 der erste Pkw von Kia und das erste in Korea gefertigte Auto. Ab 1975 ging die Pick-up-Variante in den Export.

1976 erwarb Kia die Asia Motors Company, einen Hersteller von Lastwagen, Omnibussen, Militär- und Geländefahrzeugen. 1991 kam der Sephia, das erste eigenständig entwickelte Auto von Kia, auf den Markt; die ganzen 1980er Jahre hindurch hatte man den Peugeot 604 und den Fiat 132 in Lizenz gefertigt, sowie den gemeinsam mit Mazda und Ford entwickelten Kleinwagen Pride (1987), der bald zum bestverkauften Kia-Modell avancierte. 1994 kam der Sephia auch in den USA auf den Markt, was Kia dort zur am schnellsten wachsenden Importmarke machte. Eine ähnliche Stellung hatte Hyundai in den 1980er Jahren innegehabt.

Infolge der asiatischen Finanzkrise musste Kia im Sommer 1997 jedoch Konkurs anmelden. 1998 beteiligte sich die Hyundai Motor Company mit 51 Prozent an der insolventen Kia Motor Corporation; inzwischen wurde der Anteil auf 33 Prozent reduziert. Kia besitzt allerdings auch zahlreiche Beteiligungen an Tochtergesellschaften der Hyndai Motor Company. Die Marke Asia wurde inzwischen aufgegeben.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52