Markenlexikon

Kaman

USA

Der damals 26-jährige Flugzeugingeniur Charles Huron Kaman (1919 – 2011) gründete 1945 mit 2000 Dollar Kapital die Kaman Aircraft Corporation, um ein neues Rotor- und Steuersystem für Hubschrauber herzustellen, das auf einer Entwicklung des deutschen Ingenieurs Anton Flettner (1885 – 1961) aus den späten 1930er Jahren beruhte (Flettner-Doppelrotor; zwei entgegengesetzt drehende, sich überschneidende Rotoren zum Drehmomentausgleich). Flettner war von 1947 bis 1958 Chefkonstrukteur von Kaman. Aus diesen Arbeiten gingen verschiedene Versuchs- und Serienhubschrauber hervor. Das erstes Modell K-125A absolvierte 1947 seinen Jungfernflug. Die Nachfolger K-225 (Erstflug 1949) und K-600 (Erstflug 1953) wurden unter verschiedenen Bezeichnungen von der U.S. Navy (HTK-1, HUK-1, UH-43C, TH-43E), dem U.S. Marine Corps (HOK-1, OH-43D) und der U.S. Air Force (H-43A, HH-43A, H-43B, HH-43B, HH-43F) eingesetzt. 1951 war ein umgebauter K-225 der erste Hubschrauber der Welt, dessen Rotor von einer Turbine angetrieben wurde. Beim Marinehubschrauber SH-2 Seasprite (Erstflug 1959) und seinem Nachfolger SH-2G Super Seasprite (Erstflug 1985) kehrte Kaman wieder zur herkömmlichen Sikorsky-Bauart mit Haupt- und Heckrotor zurück. Aktuelles Kaman-Modell ist der zivile Lastenhubschrauber K-1200 K-Max (Erstflug 1991), der wieder von einem Doppelrotor angetrieben wird. Neben Hubschraubern produzieren die Tochtergesellschaften der Kaman Corporation auch diverse Flugzeugteile für andere Hersteller (Rotorblätter, Flugzeugstrukturen, Speziallager, elektrische Bauteile) sowie bis 2008 auch Musikinstrumente (Gitarren, Schlagzeuge und Zubehör). Kaman Music – 1966 von dem Hobbygitaristen Charles Kaman gegründet – wurde 2008 an Fender verkauft und firmiert heute als KMC Music.

Text: Toralf Czartowski

Kaman Logo
Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52