Markenlexikon

K2

USA

Die Kirschner Manufacturing Company, die kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs auf Vashon Island, einer kleinen Insel vor Seattle, von Otto Kirschner gegründet worden war, stellte zunächst Beinschienen für Tiere und später Hundekäfige aus Glasfiber her, einem 1938 von dem Owens-Illinois-Chemiker Russell Games Slayter entwickelten Material, das durch Zerstäuben von geschmolzenen Glasbrei zu Glasfasern ensteht. In den frühen 1960er Jahren entwickelten William (1918 – 2006) und Donald Kirschner, die Söhne des Gründers, Skier aus Glasfiber, die 1964 auf den Markt kamen. Da der Verkauf gut anlief, gründeten Bill und Don 1967 die eigenständige Firma K2 Corporation. Der Name K2 steht einerseits für die beiden Kirschner-Brüder, andererseits für den zweithöchsten Berg der Erde, den K2 oder Lambha Pahar (8611 m), im Karakorum-Gebirge zwischen China und Pakistan. 1969 gewann die US-Skirennläuferin Marilyn Cochran den Riesenslalom-Weltcup mit K2-Skiern.

Da den Brüdern für die weitere Expansion die nötigen finanziellen Mittel fehlten, verkauften sie ihre Firma 1970 an die Cummins Engine Company aus Columbus/Indiana, einen führenden Hersteller von Dieselmotoren. Dass sich Industriekonzerne an kleineren Konsumgüterherstellern beteiligten, war damals fast eine Art Mode-Erscheinung. Man wollte dadurch das Konjunktur-Schwankungen einzelner Branchen ausgleichen. 1972 erwarb K2 die 1967 gegründete Firma JanSport, einen Hersteller von Rucksäcken. 1976 kauften die Kirschner-Brüder die K2 Corporation mit Hilfe mehrerer anderer Investoren wieder zurück; als Holdinggesellschaft für K2 fungierte fortan die Sitca Corporation. 1982 wurde Sitca/K2 vom damaligen Management übernommen, das sich ganz auf das Kerngschäft konzentrierte; andere Bereich wie JanSport wurden verkauft. Zu dieser Zeit fiel jedoch mehrere Winter lang wenig Schnee, was dem Unternehmen das Geschäft gründlich verdarb.

Bereits 1985 kam es erneut zu einem Besitzerwechsel: neuer Sitca/K2-Eigentümer wurde der Sportartikelhersteller Anthony Industries aus Los Angeles. Dem 1946 von Phil Anthony als Swimming-Pool-Hersteller gegründeten Unternehmen gehörten u.a. Marken wie Anthony Pools (Swimming Pools), Hilton (Sportbekleidung), Shakespeare/Pflueger (Anglerausrüstungen) und ThermoPly (Isolationssysteme). Anthony Industries erwarb anschließend noch mehrere weitere Sportartikelunternehmen, u.a. 1988 Stearns Manufacturing (Schwimmzubehör), 1989 Olin Skis (damals der zweitgrößte Skihersteller der USA), 1993 Girvin (ProFlex Mountain Bikes) und 1995 Dana Design (Rucksäcke). In den 1990er Jahren wurde die K2-Produktpalette u.a. um Snowboards (1990) und Inline-Skates (1994) erweitert. Nachdem Anthony Industries die Swimming-Pool-Abteilung 1996 an General Aquatics verkauft hatte, benannte sich das Unternehmen K2 Inc. (ab 2006 K2 Sports Inc.) um. 2001 schloss K2 seine Fabrik in Vashon Island; die Produkte (Skier, Bikes, Skateboards, Inline-Skates, Snowboards, Spezialbekleidung, Schuhe) werden nun hauptsächlich in China hergestellt.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51