Markenlexikon

Johnson & Johnson

USA

Die Brüder James Wood Johnson (1856 – 1932) und Edward Mead Johnson (1852 – 1934) begannen 1886 mit vierzehn Mitarbeitern in einer ehemaligen Tapetenfabrik in New Brunswick/New Jersey mit der Produktion von medizinischen Pflastern; damals wurden Wunden noch mit flüssiger Pflastermasse eingestrichen und dann verbunden. Kurz darauf trat Robert Wood Johnson (1845 – 1910), der dritte Bruder, in die Firma ein. Robert war ein Anhänger des damals noch neuen Antisepsis-Verfahrens (chemische Abtötung von Keimen, die Infektionen bei Operationen hervorrufen), das der schottische Arzt Dr. Joseph Lister, der an einem Glasgower Krankenhaus als Chirug arbeitete, 1865 erstmals eingesetzt hatte.

1887 gründeten die Brüder die Aktiengesellschaft Johnson & Johnson. 1888 veröffentlichte die Firma das Buch »Modern Methods of Antiseptic Wound Treatment«, das in den USA für viele Jahre das Standard-Werk der Antisepsis blieb. Nachdem ein Patient nach der Benutzung eines J&J-Pflasters Hautreizungen bekommen hatte, schickte ihm die Firma eine Packung italienischen Talk zu. Bald darauf packte J&J den Pflasterpackungen standardmäßig Talkpackungen bei, die sich bei den Konsumenten großer Beliebtheit erfreuten. Daraus entstand schließlich 1890 ein neues Produkt, Johnson's Baby Powder. Im gleichen Jahr brache J&J den allersten Erste-Hilfe-Kasten der Welt auf den Markt.

1921 kam das Heftpflaster Band-Aid Brand Adhesive Bandages, das international bekannteste Produkt des Unternehmens, auf den Markt. Earle Dickson (1891 – 1961), ein Baumwoll-Einkäufer der Firma, hatte das Heftpflaster ursprünglich für seine Frau Josephine entwickelt, die sich bei der Hausarbeit immer mal wieder an den Fingern verletzte. Die einzigen Dinge, die er dazu brauchte, waren eine Rolle Klebeband und ein paar Stücken Verbandsmull, den die Firma in Massen herstellte. James Johnson war von Dicksons Erfindung so begeistert, dass er sofort die nötigen Maschinen beschaffte, um die Heftpflaster produzieren zu können. Anfangs verkaufte sich das neuartige Pflaster nicht besonders gut, aber nachdem die Firma mit cleveren Werbaktionen und kostenlosen Probepackungen auf ihr neues Produkt aufmerksam gemacht hatte, stiegen die Verkaufszahlen rapide an und bald gehörten die Band-Aid-Blechdosen zum amerikanischen Haushalt wie Ivory-Seife oder Coca-Cola. Dickson wurde 1932 zum Vizepräsidenten von Johnson & Johnson ernannt, eine Position, die er bis 1957 innehatte. Während des 2. Weltkriegs lieferte die Firma viele Millionen von Band-Aid-Pflastern an die alliierten Truppen nach Europa.

Johnson & Johnson wuchs in den nächsten Jahrzehnten vor allem durch Übernahmen zu einem weltweit führenden Hersteller von pharmazeutischen (Acuvue, Band Aid, Cypher, Doxil, Motrin, Nicorette, Ortho Evra, Olynth, Risperdal, Tylenol), diagnostischen und kosmetischen Produkten (Aveeno, Bebe, Carefree, Clean & Clear, Fenjal, Johnson's Baby, Listerine, Natusan, Neutrogena, o.b., Penaten, Piz Buin, Reach, RoC, Sundown) heran.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51