Markenlexikon

Gordon's

Großbritannien

Vorläufer des heutigen Gins war der holländische Genever oder Jenever, ein Getreidebranntwein mit Wacholder, der zunächst nur als Medizin in Apotheken verkauft wurde. Der Begriff Genever stammt vom lateinischen Wort »juniperus« (Wacholder) ab. Entwickelt hatte ihn Mitte des 15. Jahrhunderts der Arzt Dr. Franciscus de la Boe an der Universität Leiden. Der Holländer Wilhelm III. von Oranien, der 1689 englischer König wurde, brachte den Genever nach England, wo aus Genever Gin wurde. Außerdem erlaubte er jedem Engländer, Wacholderschnaps zu brennen, während er Spirituosen vom europäischen Festland mit hohen Einfuhrzöllen belegte. Daher wurde Gin in Großbritannien bald sehr populär. Dieser selbstgebrannte Gin war jedoch häufig von miserabler Qualität. Das wollte der Schotte Alexander Gordon, der 1742 in London eine Gin-Destillerie eröffnete, grundlegend ändern, was aufgrund des guten Wassers im Norden Londons und ausgewählter Zutaten auch nicht sonderlich schwierig war. Bereits um 1800 war Gordon's Gin eine in ganz Großbritannien bekannte Marke. Die Offiziere der britischen Marine, die alle ein Faible für Gin hatten, brachten den Wacholderschnaps dann in die entlegensten Winkel des britischen Kolonialreiches. 1898 schloss sich die Herstellerfirma mit dem ebenfalls in London ansässigen Konkurrenten Charles Tanqueray zusammen, der bereits zwei Jahre vor Alexander Gordon mit der Gin-Herstellung begonnen hatte. Beide Gin-Marken sind heute weltweit führend, Tanqueray vor allem in den USA.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51