Markenlexikon

Glashütte Original

Deutschland

Die sächsiche Kleinstadt Glashütte lebte bis Mitte der 19. Jahrhundert vor allem vom Silberbergbau (daher auch der Name Glashütte, der soviel bedeutet, wie »Die Hütte, die das glänzende Metall abbaut«). Als die Silbervorräte erschöpft waren, ging es wirtschaftlich erst einmal bergab. Deswegen beauftragte die sächsischen Landesregierung den Dresdener Uhrmacher Ferdinand Adolph Lange (1815 – 1875) 1845 mit der Gründung einer Uhrenmanufaktur, die der Region zu neuem wirtschaftlichen Aufschwung verhelfen sollte. Bald folgten auch andere Uhrmacher wie 1852 Julius Assmann, 1854 Karl-Moritz Großmann, 1869 Robert Mühle, 1875 Ludwig Straßer und Gustav Rhode, 1893 Johannes Dürrstein (Union) und 1890 Ernst Kassiske, aus dessen Firma 1904 die Deutsche Präzisions-Uhren-Fabrik Glashütte hervorging. 1921 druckte diese Firma erstmals den Markennamen Original Glashütte auf ein Ziffernblatt.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden die Glashütter Uhrenfirmen nach und nach verstaatlicht und 1951 unter dem Namen VEB Glashütter Uhrenbetriebe zusammengeschlossen. 1967 kamen noch die Uhrenwerke Ruhla (vormals Thiel) und Weimar dazu, was eine Umbenennung in VEB Uhrenkombinat Ruhla zur Folge hatte. Das Label Glashütte wurde jedoch auch weiterhin benutzt, allerdings eher für Allerweltsuhren.

1990/1991 entstanden in Glashütte wieder mehrere private Unternehmen wie die Glashütter Uhrenbetrieb GmbH (GUB), A. Lange & Söhne, Mühle, Nomos und Union. Um sich von anderen Herstellern abzugrenzen, die den nichtschützbaren geografischen Namen Glashütte ebenfalls benutzen, führte GUB 1994 die Marke Glashütte Original ein. Seit ihrer Neugründung haben sich vor allem GUB und A. Lange & Söhne auf handgefertigte mechanische Präzisionsuhren spezialisiert, die mitunter selbst Schweizer Nobelmarken wie Audemars Piguet, Chopard, Jaeger LeCoultre, Patek Philippe, Rolex, Ulysse Nardin oder Vacheron Constantin qualitativ und preislich in den Schatten stellen. GUB baut ausnahmslos eigene mechanische Uhrwerke in seine Uhren ein und fertigt auch sonst die meisten Teile selbst, was die Firma in den Status einer Manufaktur erhebt. Seit 2000 gehört GUB zum Schweizer Uhrenkonzern Swatch und A. Lange & Söhne zur Schweizer Finanzholding Richemont (Cartier, Dunhill, Montblanc, Van Cleef & Arpels).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51