Markenlexikon

Gilera

Italien

Der Mechaniker Guiseppe Gilera (1887 – 1971) richtete sich 1909 im Alter von 22 Jahren in Mailand eine kleine Werkstatt ein, wo er zunächst leichte Motorräder mit Einzylinder-Viertaktmotoren baute. Bereits mit den ersten ersten Modellen nahm Gilera erfolgreich an verschiedenen Rennveranstaltungen teil. Als die Nachfrage nach den einfachen und preiswerten Maschinen immer weiter stieg, zog die Firma 1920 in ein größeres Werk in Arcore bei Monza um. In den 1930er und 1940er Jahren gehörte Gilera mit seinen außerordentlich populären Modellen Saturno und Nettuno neben Moto-Guzzi zu den führenden italienischen Motorrad-Herstellern. Von 1950 bis 1955 errang Gilera mit der Rondine fünfmal den WM-Titel in der 500er-Klasse.

In den 1960er Jahren schlitterte die europäische Motorradindustrie jedoch aufgrund des einsetzenden Autobooms in eine schwere Krise, in deren Folge vielen Hersteller verschwanden oder von größeren Unternehmen übernommen wurden. Gilera kam 1969 unter das Dach des Piaggio-Konzerns, der die berühmten Vespa-Motorroller herstellte. Piaggio führte die Fertigung von Viertakt-Leichtmotorrädern, Zweitakt-Geländemaschinen und Rollern in nur sehr geringem Maße fort, sodass der Name Gilera allmählich fast in Vergessenheit geriet. 1993 wurde auch das Werk in Arcore geschlossen. Erst Mitte der 1990er Jahren brachte Piaggio wieder eine ganze Serie Roller und Leichtmotorräder unter der Marke Gilera auf den Markt, die sich in ganz Europa hervorragend verkauften.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51