Markenlexikon

Géramont

Frankreich

Francois Gérard (1811 – 1869) machte zunächst nichts weiter, als den Käse der umliegenden Bauernhöfe einzusammeln, in seinen Gewölbekellern in Le Tholy reifen zu lassen und dann vom Pferdekarren herab in der Umgebung zu verkaufen. Erst seine Söhne Emile und Eugène begannen 1898 damit, selbst Käse herzustellen. Sie sammelten nur noch die Milch ein. Die erste Marke der Käserei Gérard (Fromagerie Gérard) hieß Le Petit Tholy. Die Geburtstunde des ovalen Géramont schlug 1935. Nach Deutschland kam der immerreife Weichkäse mit weißem Edelpilz erst 1973. Zwei Jahre zuvor hatte sich Fromagerie Gérard bereits mit der Käserei Bongrain aus Illoud zusammengeschlossen. Die 1956 von Jean-Noël Bongrain gegründete Firma stellte den Weichkäse Caprice des Dieux (seit 1959) und den Kräuter-Frischkäse Le Tartare (seit 1965) her, später kamen Marken wie Chaumes (1967), Rambol (1973), Saint Albray (1973), Chavroux (1984), Saint Agur (1988) und Fol Epi (1989) hinzu. 2003 erwarb Bongrain das deutsche Käsegeschäft des niederländisch-britischen Unilever-Konzerns mit den Marken Bresso, Edelweiß, Milkana und Ramee. Die Muttergesellschaft Bongrain gehört zum Nahrungsmittelkonzern Groupe Soparind Bongrain (Käse, Wurstwaren, Fischprodukte, Süßwaren), der sich noch immer mehrheitlich in der Hand der Bongrain-Familie befindet. Bongrain betreibt zahlreiche Käsereien in ganz Frankreich, u.a. Fromarsac in Marsac (Le Tartare) und Bongrain-Gérard in Le Tholy (Géramont), außerdem das Edelweiß-Käsewerk in Kempten/Allgäu (Bresso, Milkana).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51