Markenlexikon

General Mills

USA

Der Politiker Robert Smith (1802 – 1867) gründete 1856 die Minneapolis Milling Company, die die Rechte besaß, am Mississippi in Minneapolis Mühlen zu errichten und zu betreiben. Schon kurz darauf erwarb der Jurist, Politiker und Landspekulant Cadwallader Colden Washburn (1818 – 1882) die Firma, die bis dahin noch nicht aktiv geworden war. Erst 1866 wurde die erste Mühle am Saint Anthony Falls errichtet (Washburn B Mill), 1874 eine zweite noch größere (Washburn A Mill). Die Washburn A Mill ist seit 2003 ein Museum (Mill City Museum). 1877, nach dem John Crosby (1828 – 1887) Teilhaber geworden war, wurde das Unternehmen in Washburn-Crosby Company umbenannt. 1880 gewann Washburn-Crosby auf der Millers' International Exhibition in Cincinnati mehrere Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, was dazu führte, dass das Mehl anschließend unter der Marke Gold Medal vermarktet wurde. Nachdem das Unternehmen weitere Mühenbetriebe erworben hatte, benannte es sich 1928 in General Mills Inc. um.

Bereits 1924 hatte sich Washburn-Crosby an einer lokalen Radiostation in Minneapolis beteiligt (WLAG). 1946 etablierte General Mills eine Aeronautical Research Division, die u.a. Höhen-Ballons (Skyhook) und Tiefsee-U-Boote (DSV Alvin; 1964) entwickelte und baute. Das später umgebaute Alvin (DSV-2) erkundete 1986 u.a. das Wrack der Titanic. Dieser Geschäftsbereich wurde 1963 an Litton Industries verkauft. Ab den 1960er Jahren diversifizierte der Konzern in mehrere branchenfremde Bereiche, u.a. Spielwaren (1965 Rainbow Crafts/Play-Doh, 1967 Kenner Products, 1968 Parker Brothers/Monopoly), Restaurantketten (1970 Red Lobster, 1980 Good Earth, 1982 Olive Garden, 1990 China Coast), Möbel (1975 Kittinger und Pennsylvania House) und Einzelhandel (1968 Monet Jewelry, 1969 Izod-Lacoste, 1971 Eddie Bauer, 1973 Talbots). Die meisten dieser Firmen wurden später wieder verkauft (Kenner-Parker Toys 1987 an Tonka, Eddie Bauer 1988 an Spiegel, Kittinger und Pennsylvania House 1986 an Chicago Pacific Corporation, Talbots 1988 an JUSCO) oder verselbstständigt (1985 General Mills Fashion Group als Crystal Brands, 1995 Darden Restaurants).

2001 übernahm General Mills den ebenfalls in Minneapolis ansässigen Konkurrenten Pillsbury (Häagen-Dazs, Green Giant, Pillsbury, Totino‘s). 2001 beteiligte sich der Konzern mit 51 Prozent an dem französischen Joghurt-Hersteller Yoplait SAS (gegründet 1964 von den beiden Milchverarbeitern Yola und Coplait), dessen Yoplait-Joghurt General Mills bereits seit 1977 die Vertriebsrechte für die USA besaß.

Zu den vor allem in den USA bekannten General-Mills-Marken gehören u.a. Betty Crocker (Kuchenmehl, Backmischungen, Fertiggerichte; seit 1947), Cheerios (Zerealien; seit 1941), Chex (Zerealien, Snacks; seit 1997; Übernahme von Ralcorp), Cookie Crisp (Zerealien, seit 1997; Übernahme von Ralcorp), Gold Medal (Mehl; seit 1880), Pillsbury (Brot, Brötchen, Kuchen, Bisquits, Snacks; seit 2001), Softasilk (Kuchenmehl; seit 1923), Trix (Zerealien; seit 1954), Buggles (Snacks; seit 1967) und Yoplait (Joghurt; seit 1977). Die Cerealien werden von dem General-Mills-Nestlé Jointventure Cereal Partners Worldwide auch in Europa vertrieben.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51