Markenlexikon

Fisher-Price

USA

Wer hat als Kind nicht davon geträumt, eigenes Spielzeug entwickeln zu können oder gar als Spielzeugtester zu arbeiten. Bei Fisher-Price war und ist genau dies möglich. Die Kinder der Gründer und Angestellten sowie ihre Freunde aus der Nachbarschaft testeten die ersten Prototypen und trafen sogar die Entscheidung, welche Spielzeuge in die Geschäfte kamen und welche nicht. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Über 2.000 Kinder helfen den Entwicklern jedes Jahr im werkseigenen Spielzeug-Forschungslabor dabei, die richtigen Spielzeuge auszuwählen.

Das Unternehmen wurde 1930 von Herman Guy Fisher (1898 – 1975), Irving Lanouette Price (1884 – 1976) und Helen Schelle (1893 – 1984) in East Aurora/New York, rund 35 Kilometer südöstlich von Buffalo, gegründet. Fisher war zuvor Vize-Präsident und General Manager der Spielzeugfirma All Fair gewesen, Price Bürgermeister von East Aurora und Schelle Besitzerin eines Spielzeuggeschäfts in Binghampton/New York. Das erste Spielzeug, eine bunte Holzente mit Rädern, die Kleinkinder hinter sich herziehen konnten (Dr. Doodle), kam 1931 auf den Markt und wurde zunächst in Macy's Departement Store in New York verkauft. Zwei Jahre später konnte man Fisher-Price-Spielzeug auch in London bei Harrods kaufen. Die meisen Spielzeuge der Anfangszeit wurden von Helen Schelle und Margaret Evans Price, der Frau des Mitgründers, entworfen. 1935 war Fisher-Price die erste Firma, die von Walt Disney eine Lizenz zur Produktion von Disney-Figuren erwarb. 1938 kam der Hund Snoopy Sniffer auf den Markt, ebenfalls ein Nachzieh-Spielzeug. Während des 2. Weltkriegs produzierte Fisher-Price u.a. Flugzeug- und Schiffsteile.

In den 1950er Jahren verwendete das Unternehmen anstatt Holz zunehmend farbenfrohes, haltbares und flexibles Plastikmaterial. Zu den großen Erfolgen der Nachkriegszeit zählen der Looky Fire Truck (1950), das erste Spielzeug aus der Little-People-Serie (einfache, rundliche Holzfiguren ohne Arme und Beine) – gefolgt vom Super-Jet (1952) und Racing Rowboat (1953), der Corn Popper (1957), der Safety School Bus (1959) – ebenfalls aus der Little-People-Serie – die Farbring-Pyramide Rock-a-Stack (1960), das Chatter Telephone/Plapper-Telefon (1961) und der Musical-Box-Plattenspieler (1971).

1968 wurde Fisher-Price von der Quaker-Oats Company, einem Nahrungsmittelhersteller, übernommen. Das war damals nicht unüblich, der Konkurrent General Mills erwarb beispielsweise zur gleichen Zeit Kenner und Parker Bros. (Monopoly). In den frühen 1970er Jahren begann Fisher-Price auch Spielzeug für Babies herzustellen (Activity Center, Fitnesscenter, Fühlball, Musikmobile, Spielperlen). 1977 erwarb Fisher-Price von Henson Associates eine Lizenz zur Produktion von Plüschfiguren aus der Muppets-Show. 1984 ergänzte das Unternehmen seine Produktpalette um Babyausstattungen (Babyschaukeln, Hochstühle, Tragesitze, Wickeltische, Wippen).

1991 wurde Fisher-Price als selbstständige Aktiengesellschaft aus dem Quaker-Oats-Konzern ausgegliedert, doch bereits 1993 kam es zum Zusammenschluss mit Mattel. Nachdem Mattel 1997 Tyco Toys (Kitzel Mich Elmo, Magna Doodle, Matchbox, Sesame Street, View Master) übernommen hatte, wurde Fisher-Price die Dachmarke für alle Kleinkind- und Vorschulproduktreihen von Mattel (Amazing Animals, Barney, Doodle Pro, Dora the Explorer, GeoTrax, Kid-Tough, Laugh & Learn, Little People, Planet Heroes, Power Wheels, Rescue Heroes, Sesame Street, View Master, Winnie Puuh).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51