Markenlexikon

Fendt

Deutschland

Der Mechanikermeister Johann Georg Fendt (1868 – 1933) und sein Sohn Hermann (1911 – 1995) entwickelten von 1925 bis 1928 in ihrer Bleizugfabrik in Marktoberdorf/Bayern einen selbstfahrenden Grasmäher, der von einem 4-PS-Vergasermotor angetrieben wurde. Auf Basis dieses Geräts entstand ein Jahr später der erste Klein-Schlepper mit 6-PS-Dieselmotor, Anbaupflug und fahrunabhängigem Mähwerk. 1930 ließ sich der Landwirt und Brauereibesitzer Franz Sailer, der den zweiten Schlepper gekauft hatte, den Namen Dieselross einfallen, den bis 1958 alle Fendt-Traktoren trugen. Nach dem Tod von Johann Georg Fendt wurde die Firma von seiner Witwe Kreszentia sowie den Söhnen Hermann und Xaver Fendt (1907 – 1989) weitergeführt. Zu dieser Zeit bauten fünf Mitarbeiter pro Jahr ganze drei Schlepper zusammen. 1935 wurde der hundertste Schlepper ausgeliefert. 1937 nahm das Unternehmen die ersten großen Werkshallen in Betrieb.

1937 kam der luftbereifte F-18 mit 16-PS-Einzylinder-Viertakt-Motor von Deutz auf den Markt; von diesem Modell wurden bis 1942 rund 3.200 Exemplare gebaut. Daneben gab es ab 1938 noch den F 22 (22 PS), der ebenfalls bis 1942 in Produktion blieb. Aufgrund der Dieselöl-Knappheit während des 2. Weltkriegs musste Fendt ab 1942 einen gemeinsam mit Fahr entwickelten Einheits-Holzgas-Schlepper mit 25 PS bauen (G 25). Nach dem Ende des Krieges entwickelte sich Fendt zu einem der führenden Traktorenhersteller Deutschlands. Besonders gut verkauften sich die Geräteträger, die es ab 1953 gab. 1961 wurde der 100.000ste Fendt-Traktor fertiggestellt.

1970 erwarb Fendt die insolvente Lely-Dechentreiter Maschinenfabrik aus Asbach-Bäumenheim (Bayern), die im Laufe ihrer Geschichte Dreschmaschinen, Mähdrescher, Ladewagen und Wohnwagen hergestellt hatte; der Bau der Wohnwagen und Wohnmobile wurde unter dem Namen Fendt bis 1997 fortgeführt. Mit der ab 1977 produzierten Baureihe Favorit stieg Fendt in den Bereich der Großtraktoren (bis 150 PS) ein. 1980 wurde die Baureihe 300 mit gummigelagerter Kabine und einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h vorgestellt. 1984 folgte der 380 GTA, ein Freisicht-Traktor mit Unterflurmotor. 1985 wurde Fendt erstmals Marktführer in Deutschland. 1995 brachte Fendt den Xylon, ein Systemfahrzeug für Landwirtschaft, Landschaftspflege und Kommunen, auf den Markt. Von 1961 bis 1978 stellte Fendt im Werk Kempten auch Geländestapler her (von 1979 bis 2009 war Fendt Generalimporteur für Nissan-Industriestapler in Deutschland).

1997 verkauften die Fendt-Erben ihr Unternehmen an den US-Landmaschinenkonzern AGCO Corporation (Challenger, Gleaner, Hesston, Massey-Ferguson, Valtra). Durch die Zugehörigkeit zum AGCO-Konzern wurde die Fendt-Produktpalette 1999 um Mähdrescher ergänzt. 2002 kamen Rund- und Quaderballenpressen hinzu. Produziert werden die Fendt-Landmaschinen in Marktoberdorf (Traktoren), Asbach-Bäumenheim (Traktoren), Randers/Dänemark (Mähdrescher), Hesston/Kansas (Quaderballenpressen) und Russi/Italien (Rundballenpressen).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51