Markenlexikon

Duracell

USA

Philip Rogers Mallory (1885 – 1975) begann 1916 in Mystic/Connecticut mit der Produktion von Wolfram-Glühfäden für Glühbirnen. 1942 entwickelte der Chemiker Samuel Ruben (1900 – 1988) für Mallory die Zink-Quecksilberoxid-Miniatur-Batterie, die zunächst im militärischen Bereich, später auch in Hörgeräten, Uhren, Herzschrittmachern und Taschenrechnern zum Einsatz kam. Ab 1964 verkaufte das Unternehmen seine Batterien unter dem Markennamen Duracell, eine Zusammensetzung aus den lateinischen Wörtern »durare« (ausdauernd) und »cella« (Zelle). 1972 wurde das markante schwarz-kupferne Farbdesign eingeführt. 1978, drei Jahre nach dem Tod des Gründers, ging die Herstellerfirma in den Besitz der Holdinggesellschaft Dart Industries (Tupperware, West Bend Cookware) über, die sich 1980 mit dem Nahrungsmittelkonzern Kraft zusammenschloss.

1983 erwarb Duracell den lange Zeit führenden deutschen Batterie- und Taschenlampenhersteller Daimon mit Werken in Deutschland (Köln) und Italien (Superpila). Das 1896 von dem Schlosser Paul Schmitt (1868 – 1948) in Berlin gegründete Unternehmen, das seit 1904 unter der Marke Daimon (von griech. daimonion = das Göttliche) auftrat, war mit seinen Produkten bereits in den 1920er Jahren in über 50 Ländern vertreten, in einigen wie Großbritannien, Indien und den USA war die Firma sogar Marktführer. Ab 1927 gehörte Daimon zur British Eveready Export Company (Berec), einer früheren Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Eveready Battery Company (Ucar, Energizer). Das erst 1970 neuerrichtete Batteriewerk in Köln wurde im Oktober 1986 geschlossen.

1986 teilte sich Dart & Kraft in mehrere Unternehmen auf; Duracell wurde 1988 an die Investmentfirma Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) verkauft, die das Unternehmen 1996 an den Rasiergerätehersteller Gillette weiterreichte. Die Kombination Batterien/Rasiergeräte schien auch den Konkurrenten Energizer zu überzeugen; die frühere Eveready Battery Company, die jahrelang zum US-Hundefutterkonzern Ralston-Purina gehört hatte, erwarb 2003 die britische Klingenschmiede Wilkinson Sword. 2005 wurde die Gillette Company, zu der auch die deutsche Firma Braun (seit 1967) und der kalifornische Zahnbürstenspezialist Oral-B Laboratories (seit 1984) gehörten, vom US-Konsumgüterkonzern Proctor & Gamble (Ariel, Always, Lenor, Meister Proper, Oral-B, Pampers, Pringles, Wick) übernommen und anschließend aufgelöst. 2014 verkaufte P&G das Batteriegeschäft mit der Marke Duracell an die US-Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (Warren Buffett). Unter der Marke Daimon werden Batterien im unteren Preissegment verkauft.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:50