Markenlexikon

Douglas

Deutschland

Der aus Irland stammende Seifensieder John Sharp Douglas begann 1821 in der Hamburger Speicherstadt mit der Produktion von Seifen und Parfums (Kokosnuss-Soda-Seife, Chinesische Himmelsseife, Egyptische Toilette Seife). Nach dem Tod des Gründers führten seine Söhne Thomas und Alexander das Unternehmen weiter. Ab 1905 betrieb die Firma auch ein eigenes Verkaufsgeschäft in der Hamburger Innenstadt. 1910 eröffneten die Schwestern Maria und Anna Carstens mit Genehmigung der Firma J.S. Douglas Söhne am Jungfernstieg (Neuer Wall Nr. 5) in Hamburg die erste Parfümerie. 1929 wurden der Maler Johannes Harders und seine Frau neue Eigentümer des Unternehmens, die nun als Parfümerie Douglas Harders & Co. firmierte. Der Prokurist Arno Ehrhard Theodor Hunger, der die Parfümerie seit 1936 leitete, wandelte das Unternehmen 1949 in eine GmbH und 1953 in eine Kommanditgesellschaft um.

1969 erwarb die Rudolf Hussel AG aus Hagen (ab 1970 Hussel AG, ab 1976 Hussel Holding AG), der mehrere Süßwarengeschäfte und Parfümerien gehörten, die inzwischen sechs Douglas-Parfümerien in Hamburg. Hussel war 1949 von Rudolf Hussel als Lebensmittel- und Feinkostgeschäft in Hagen gegründet worden. Die ersten Süßwarenläden entstanden 1951. Hussel gehörte seit 1962 mehrheitlich dem Drogisten und Supermarktbetreiber Herbert Erklöh. Ein weiterer Hussel-Aktionär war die Oetker-Familie. Unter der Leitung von Jörn Kreke (Sohn von Herbert Erklöh und Erne Kreke) eröffnete Hussel/Douglas nun zielstrebig neue Douglas-Geschäfte in Deutschland sowie im Ausland (u.a. 1972 Österreich, 1980 Niederlande, 1982 USA, 1986 Frankreich, 1989 Italien, 1991 Schweiz, 1997 Spanien, 1998 Portugal, 2004 Dänemark) und erwarb zahlreiche Einzelhandelsunternehmen (1979 Uhren-Weiss, 1984 Voswinkel Sportgeschäfte, 1986 Appelrath-Cüpper Modehäuser, 1991/1995 Werdin Jeans-Geschäfte, 1995/1997 Juwelier Christ, 1995/2005 Pohland Herrenausstatter), vor allem jedoch Buchhandlungen (u.a. 1975 Montanus, 1989 Phönix Bielefeld, 1996 Herder Münster und Freiburg/Breisgau, 2000 W. Jäggi Basel und Stauffacher Bern, 2002 Amadeus/Österreich, 2003 ZAP/Schweiz, Palm & Enke Erlangen, Mencke & Blaesing Erlangen, 2004 Kober-Löffler, Bouvier/Gonski und Campe Nürnberg, 2006 Reinhold Gondrom, Wagnersche Buchhandlung Innsbruck und Grüttefien Varel, 2007 Buch & Kunst-Gruppe Dresden). 1989 benannte sich die Hussel Holding AG in Douglas Holding AG um.

Der Buchbereich, der seit dem Zusammenschluss mit der Hamburger Buchhandlung Thalia (2001) als Thalia Holding GmbH firmiert, und zu 75 Prozent der Douglas-Tochter Buch & Medien GmbH und zu 25 Prozent der Könnecke-Beteiligungs-GmbH (der Familie Könnecke gehörte Thalia seit 1931) gehört, ist inzwischen neben der DBH Deutsche Buch Handels GmbH (Hugendubel, Verlagsgruppe Weltbild) der führende deutsche Buchhändler. Andere Sparten wie Werdin (2001 an Cortefiel), Sport Voswinkel (2002 an Intersport), Pohland (2007 an Industrieholding Aurelius), Hussel (2014 an den Finanzinvestor Emeram Capital Partners) und Christ (2014 an an den britischen Finanzinvestor 3i Group) wurden inzwischen verkauft.

2009 wurde bekannt, dass Erwin Franz Müller, der Besitzer der Drogeriekette Müller, ebenfalls Douglas-Aktien hält (rund 10 Prozent). 2012 verkauften die Douglas-Aktionäre (Dr. Oetker Finanz- und Beteiligungs GmbH, Erwin Müller, Familie Erklöh/Kreke) ihre Anteile an die Beauty Holding Three AG, eine Tochter des Private Equity Fonds Advent International Corporation (Boston). Gleichzeitig beteiligte sich Kreke-Familie mit 20 Prozent an Beauty Holding Three. Advent besaß in Deutschland u.a. bereits die Firmen Herlitz (2005 – 2009) und Takko (2007 – 2010) – beide wurden aber bereits wieder verkauft. 2013 nahm Beauty Holding Three die Douglas Holding AG von der Börse.

Text: Toralf Czartowski

Douglas Logo
Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:50