Markenlexikon

Danone / Dannon

Frankreich

Der griechischstämmige Spanier Isaac Carasso (1874 – 1939) war der Gründer von Danone, sein Sohn Daniel (1905 – 2009) – Spitzname: Danone – der Namensgeber. Die zunächst in Barcelona ansässige Firma stellte seit 1919 Joghurt her, ein zu dieser Zeit in Europa fast unbekanntes Produkt. Die ersten Danone-Joghurts gab es ausschließlich auf Rezept in der Apotheke. Die Joghurt-Kulturen stammten aus dem Pariser Pasteur-Institut, wo auch der russische Bakteriologe und Nobelpreisträger Ilja Metchnikoff, der die gesundheitsfördernde Wirkung des Joghurts erstmals wissenschaftlich erklären konnte, seine Wirkungsstätte hatte. 1929 eröffnete Daniel Carasso in Paris, dem heutigen Hauptsitz der Firma, eine Niederlassung. Von hier aus eroberten Danone und der Joghurt die Welt.

Als die Nazis 1941 Frankreich besetzten, ging Daniel Carasso nach New York, wo er gemeinsam mit seinem Sohn Juan und Joe Metzger, einem Freund der Familie, die Firma Dannon Milk Products Inc. gründete. In Nordamerika wird bis heute die Marke Dannon (anstatt Danone) verwendet. 1959 wurde Dannon Milk Products von dem US-Nahrungsmittelkonzern Beatrice Foods übernommen.

In den späten 1950er Jahren kooperierte Danone mit dem französischen Frischkäsehersteller Fromageries Gervais, der 1850 von Charles Gervais (1830 – 1892) gegründet worden war, und 1967 schlossen sich beide Firmen ganz zusammen. Zur gleichen Zeit war der Glashersteller BSN (Boussois-Souchon-Neuvesel) zu der Erkenntnis gelangt, dass Glasflaschen aufgrund der zunehmend verwendeten Plastik- und Metallverpackungen in der Nahrungsmittelindustrie keine große Zukunft mehr hätten, was dazu führte, dass sich BSN nicht mehr so sehr auf die Verpackung, sondern mehr auf den Inhalt konzentrierte. 1969 übernahm BSN zunächst die führende französische Brauerei Kronenbourg und den Mineralwasserhersteller Evian (das mineralarme Wasser aus der Quelle Cachat Spring in Evian-les-Bains am Genfer See war erstmals 1826 in Flaschen abgefüllt worden), 1970 die Brauerei Kanterbräu und 1973 schließlich Gervais-Danone.

Der neue Konzern BSN-Gervais-Danone war nun mit einem Schlag Frankreichs größter Nahrungsmittelhersteller; das Glasgeschäft wurde nach und nach verkauft. 1981 kaufte BSN-Gervais-Danone die ehemalige US-Tochter Dannon Milk Products von Beatrice Foods zurück. 1986 erwarb BSN den belgischen Backwarenhersteller General Biscuits (De Beukelaer, LU, Mikado, Prince, Prinzenrolle, Tuc), 1989 den italienischen Käsehersteller Galbani und 1993 die Marke Volvic, die zuvor zu Nestlé/Perrier gehört hatte. 1994 benannte sich das Unternehmen in Danone Group um.

Seit der Jahrtausendwende konzentrierte sich Danone verstärkt auf die Wachstumssparten Milchprodukte und Mineralwasser; das Biergeschäft (Kanterbräu, Kronenbourg, Peroni) wurde 2000 an die britische Brauerei Scottish & Newcastle verkauft, Galbani 2002 an die britische Investmentfirma BC Partners und die Gebäcksparte (LU, Mikado, Pepito, Pim's, Prince, Tuc) 2007 an Kraft Foods. Dafür erwarb Danone 2007 den niederländischen Numico-Konzern, der sich auf Babynahrung und Klinikernährung spezialisiert hat (Marken: Nutricia, Milupa, Cow & Gate, Mellin, Dumex, Pfrimmer, SHS). Mit seinen Marken Evian und Volvic ist Danone neben Nestlé (Perrier, S'Pellegrino, Vittel) und Coca-Cola (Apollinaris, BonAqa) einer der weltweit führenden Mineralwasserabfüller.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:50