Markenlexikon

Chanel

Frankreich

Die ehemalige Schneidergehilfin und Chanson-Sängerin Gabrielle Bonheur (Coco) Chanel (1883 – 1971) verkaufte in ihrer 1909 in Paris eröffneten Boutique zunächst selbst entworfene und produzierte Hüte sowie Damenoberbekleidung. 1921 entwickelte der Parfumeur Ernest Beaux (1881 – 1961) für Chanel das Parfum Chanel Nr. 5, das später zu einem zeitlosen Klassiker wurde; die Nummer 5 steht für die fünfte von mehreren Duftvarianten, die Beaux Chanel vorstellte. Das Parfüm besteht aus rund 80 Zutaten, u.a. Jasmin, Mairose, Ylang-Ylang und 2-Methylundecanal, eine chemische Verbindung, die als erster vollsynthetischer Duftstoff (riecht nach Orange und Amber) in die Geschichte einging. 1922 kam noch ein zweiter Duft aus Beaux' Kreationen auf den Markt (Chanel Nr. 22). 1926 wurde Chanel mit dem so genannten »Kleinen Schwarzen«, einem Kleid aus Seidencrêpe, das noch heute zur klassischen Abendgarderobe zählt, international bekannt.

1939 schloss sie ihr Modehaus, nachdem deutsche Truppen Frankreich besetzt hatten; die Parfumfabrik konnte jedoch dank guter Beziehungen Chanels zu den deutschen Besatzern weiterarbeiten. 1944, als die Alliierten Paris erreichten, ging Chanel in die Schweiz, wo sie fortan von den Lizenzgebühren für ihre Parfums lebte.

1952 wurde das Unternehmen von der Wertheimer-Familie übernommen. Die Brüder Paul und Pierre Wertheimer hatten 1924 gemeinsam mit Chanel die Parfumhandelsgesellschaft La Société des Parfums Chanel gegründet, mussten aber während der deutschen Besatzung in die USA flüchten. Das Unternehmen befindet sich bis heute im Besitz der Wertheimer-Familie. 1954 stellte Chanel noch einmal eine neue Kollektion vor – in dieser Zeit entstand auch das berühmte Chanel-Kostüm, das bis heute aktuell geblieben ist, zog sich dann aber Ende der 1950er Jahre aus dem Geschäftsleben zurück. Marylin Monroe machte 1954 mit ihrem Statement »zum Schlafen trage ich nur einige Tropfen Chanel Nr. 5« kostenlose Werbung für den König der Düfte. 1978 brachte Chanel das erste Mal eine Prêt-à-Porter-Kollektion auf den Markt. 1983 wurde der deutsche Modemacher Karl Lagerfeld, der zuvor für die Modehäuser Pierre Balmain, Jean Patou, Krizia, Charles Jourdan, Valentino und Chloé gearbeitet hatte, Chef-Designer von Chanel. Unter dem Label Chanel werden auch Schmuck (seit 1932), Uhren (seit 1987), Brillengestelle (seit 1999) und Kosmetikprodukte (seit 1999) vermarktet.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:50