Markenlexikon

Champion

USA

Der französische Fahrrad- und Motorradrennfahrer Albert Champion (1878 – 1927) kam 1899 nach Amerika, wo er nicht nur weiterhin erfolgreich Rennen fuhr, sondern auch eigene Zündkerzen herstellte. Neben dem Eigenverbrauch verkaufte er gelegentlich auch welche an Freunde und Rennfahrerkollegen. Zu dieser Zeit gab es in den USA noch keine regulären Hersteller von Zündkerzen; sie wurden ausschließlich aus Europa importiert. Mit Hilfe einiger Geldgeber gründete er 1904 in Flint/Michigan die Champion Ignition Company, um Zündkerzen industriell zu produzieren. Champion war der erste Zündkerzenhersteller der USA.

Nachdem es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Gründer und den Investoren gekommen war, zog sich Albert Champion 1905 aus seiner Firma zurück und gründete drei Jahre später gemeinsam mit dem Autohersteller Buick ein neues Unternehmen, die AC Spark Plug Company, die nach seinem Tod 1927 in den Besitz der Buick-Muttergesellschaft General Motors überging. Die Brüder Robert und Frank Stranahan, die in Bosten ein Fahrrad- und Autozubehörgeschäft betrieben, erwarben 1909 die Champion-Markenrechte und gründeten in Boston die Champion Spark Plug Company. 1910 verlegten sie den Firmensitz nach Toldeo/Ohio, dort wo auch die Willys-Overland Motor Company ihren Sitz hatte, der spätere Hersteller des Jeeps. 1911 kaufte Henry Ford erstmals Champion-Zündkerzen und von 1913 bis 1961 war das Unternehmen der Hauptlieferant von Ford.

Sehr früh engagierte sich Champion auch im Rennsport; bereits in den 1920er Jahren stattete man die Bugatti-Grand-Prix-Rennwagen mit Champion-Zündkerzen aus und als 1950 die Formel-1-Weltmeisterschaft ins Leben gerufen wurde, gehört das schwarz-weiß-magenta Champion-Logo zum Rennsport wie der Stern zum Mercedes. Bis heute ist die Firma Zündkerzenlieferant für die Formel-1-Rennwagen von Ferrari.

1989 verkaufte die Stranahan-Familie die Champion Spark Plug Company an den Elektrotechnik-Konzern Cooper Industries, der damals gerade durch mehrere Übernahmen (1985 McGraw-Edison, 1992 Moog Automotive) eine eigene Automotive-Abteilung aufbaute. 1998 verkaufte Cooper diese Sparte jedoch an den Autozulieferer Federal-Mogul Corporation aus Southfield/Michigan. 2004 erwarb die Firma Champion Brands von Federal-Mogul die Markenrechte zur Vermarktung von Schmierölen unter dem bekannten Champion-Logo. Champion Brands war 1956 von Ralph Lowe als Lowe Oil Company gegründet worden und hatte sich 1998 in Champion Brands umbenannt.

Text: Toralf Czartowski

Champion Logo
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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:50