Markenlexikon

BFGoodrich

USA

Der ehemalige Armeearzt Dr. Benjamin Franklin Goodrich (1841 – 1888) errichtete 1870 in Akron/Ohio die erste Gummifabrik Nordamerikas. In Akron ließen sich später auch andere Gummihersteller wie Goodyear, Firestone und General Tire nieder, sodass diese Stadt zur US-Reifenmetropole aufstieg. Zunächst produzierte die Firma nur Fahrradreifen. 1896 fuhr eines der ersten US-amerikanischen Automobile, der Winton, auf BFGoodrich-Reifen. 1927 lieferte BFGoodrich die Reifen für die Ryan NYP »Spirit of St. Louis«, mit der der Flugpionier Charles Lindbergh den Atlantik überquerte. 1934 entwickelte der BFGoodrich-Ingenieur Russ Coley den ersten Druckanzug für Piloten, was in den 1960er Jahren dazu führte, dass BFGoodrich auch die Raumanzüge für die US-Astronauten herstellte. 1977 landete die erste Raumfähre »Enterprise« bei ihren Testflügen auf BFGoodrich-Reifen. 1986 übernahm BFGoodrich den Reifenhersteller Uniroyal (die Markenrechte in Europa gehören seit 1979 Continental), verkaufte aber die gesamten Reifenaktivitäten sowie die Marken BFGoodrich und Uniroyal 1990 an den französischen Reifekonzern Michelin. Die Goodrich Corporation (Charlotte/North Carolina) ist heute ein führender Zulieferer für die Flugzeugindustrie (Antriebssysteme, Bremsen, Landesysteme, Räder). Michelin vermarktet unter dem Markennamen BFGoodrich weiterhin Reifen.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:49