Markenlexikon

Android

USA

Andrew (Andy) Rubin (* 1963), ein Softwareentwickler, der u.a. bei Apple, General Magic und Microsoft gearbeitet hatte, gründete im Oktober 2003 gemeinsam mit Rich Miner, Nick Sears und Chris White in Palo Alto/California die Firma Android Inc. (griech. »Aner« = »Mensch/ Mann« + »Eidos« = »Aussehen/Gestalt«), mit dem Ziel eine Plattform für Digitalkameras zu entwickeln. Die ersten Konzepte wurden potentiellen Investoren im Frühjahr 2004 präsentiert. Da sich Mobiltelefone und Smartphones besser verkauften als Digitalkameras, orientierte man sich schon kurze Zeit später um und begann mit der Entwicklung eines Open-Source-Betriebssystems auf Linux-Basis für mobile Geräte. Während einer Präsentation an der Stanford University wurde Google-Gründer Larry Page auf Android aufmerksam. Er war von Rubins Idee begeistert und kaufte die kleine Firma im Juli 2005 für 50 Millionen Dollar. Rubin wurde anschließend Senior Vice President of Mobile and Digital Content von Android.

Im November 2007 rief Google mit 33 Partnern (Softwareunternehmen, Mobiltelefonhersteller, Netzbetreiber, Chiphersteller, Marketingfirmen) die Open Handset Alliance (OHA) ins Leben. Mitlerweile gehören der OHA 84 Unternehmen an (2016), u.a. Acer, Asus, Alcatel, China Mobile, China Telecom, Ebay, Foxconn, Google, HTC, Huawei, Intel, Kyocera, Lenovo, LG Electronics, Motorola, NEC, NTT DoCoMo, Nvidia, Qualcomm, Samsung Electronics, Sharp, Sony, Sprint Nextel, Telecom Italia, Telefónica, Texas Instruments, T-Mobile, Toshiba, Vodafone und ZTE. Das erste Smartphone mit Android als Betriebssystem war das HTC Dream/T-Mobile G1, das im Oktober 2008 in den USA auf den Markt kam. Seither hat sich Android zum führenden Betriebsystem für Smartphones (und inzwischen auch Tablets) entwickelt. 2010 wurden erstmals mehr Android-Geräte (67,2 Millionen) als Blackberry-Geräte (47,5 Mio.) und Apple iPhones (46,6 Mio) verkauft. 2014 waren es bereits rund 1 Milliarde verkaufte Android-Geräte.

Obwohl es sich bei Android um freie Software handelt, deren Quelltext öffentlich verfügbar ist (Apache-Lizenz, GPL 2), erwirtschaftete Google von 2008 bis 2016 mit Android rund 31 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Gewinn von 22 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen wurde im Zuge eines Rechtsstreits zwischen Google und Oracle über die Nutzung von Java-APIs bekannt. Google verdient vor allem durch Beteiligungen an Verkäufen über den Google-Play-Store und durch Werbeeinblendungen auf der Plattform.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:49