Markenlexikon

AKG

Österreich

Die Akustische und Kino-Geräte Gesellschaft mbH (AKG) wurde 1947 von dem Physiker Dr. Rudolf Goerike und dem Ingenieur Ernst Pless in Wien gegründet. Die ersten Geräte, die die Firma herstellte, waren Belichtungsmesser, Projektoren und Lautsprecher für Kinos, aber auch Elektroartikel wie Autohupen oder Türtelefone. Bereits im Gründungsjahr entwickelte die Firma ihr erstes Mikrofon (C 1), von dem jedoch nur sechs Exemplare produziert wurden. 1949 folgten die ersten Kopfhörer (K120 DYN). 1953 brachte AKG ein Mikrofon auf den Markt, das sich aufgrund einer neuartigen Technik zu einem weltweiten Erfolg entwickelte.

Das AKG D 12 war das erste dynamische Gesangsmikrofon mit Nierencharakteristik. Bei dieser Mikrofonart ist das Tonsignal am größten, wenn der Schall von vorne auf die Membran trifft, während es bei seitlichem und rückwärtigem Schalleinfall am geringsten ist. So ließen sich auf einfache Weise unerwünschte Schallquellen im Hintergrund ausblenden.

AKG-Mikrofone – vor allem das C 12 (1953), das erste Großmembran-Kondensatormikrofon mit fernsteuerbarer Richtcharakteristik – fanden anfangs ausschließlich im professionellen Bereich Anwendung (Radiosender, Tonstudios), wo sie sich einen ausgezeichneten Ruf erwarben. Zu den AKG-Kunden gehörte u.a. der britische Rundfunk- und Fernsehsender BBC und die Abbey-Road-Studios von EMI, wo die Beatles oder Pink Floyd ihre Platten aufnahmen. Später, als Tonbandgeräte und Kassettenrekorder auch im Heimbereich Einzug hielten, wurde AKG zum größten Mikrofon-Zulieferer für Heimelektronik-Hersteller wie Grundig, Loewe, Nordmende, Philips, Saba, Telefunken oder Uher.

In den 1950er und 1960er Jahren expandierte das Unternehmen mit Tochtergesellschaften und regionalen Vertriebspartnern zunächst in Europa (1955 Deutschland, 1968 Schweiz, 1969 Großbritannien), später auch nach Übersee (1979 Japan, 1985 USA). Die Kinogeräteproduktion wurde 1965 aufgegeben. In den 1970er Jahren produzierte AKG auch Tonabnehmer für Plattenspieler.

1977 verließ Ernst Pless das Unternehmen, nachdem er bereits zwei Jahre vorher seine Anteile an Philips verkauft hatte; anschließend gründete er die Kunststoff-Firma Viennaplex. 1984 ging das Unternehmen an die Wiener Börse (AKG Holding AG). 1989 erwarb AKG die US-Firma dbx Professional Products (David Blackmer Experience), die das gleichnamige Rauschunterdrückungssystem entwickelt hatte. 1993 verkauften die damaligen Eigentümer (GiroCredit, Bank Austria) ihre Anteile (76 Prozent) an den US-Unterhaltungselektronikhersteller Harman International Industries (Becker, Crown, harman/kardon, Infinity, JBL, Lexicon, Soundrcaft, Studer). Gleichzeitig wurde die AKG Holding AG von der Börse genommen und anschließend aufgelöst. 1994 erwarb Harman die Anteile, die sich noch im Besitz von Rudolf Goerike befanden. Seit 1997 firmiert das Unternehmen als AKG Acoustics GmbH.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:49