Markenlexikon

Afri-Cola

Deutschland

1931, zwei Jahre nachdem in Deutschland erstmals Coca-Cola abgefüllt worden war, brachte die Kölner Firma Friedrich Blumhoffer Nachfolger, ein 1864 gegründeter Hersteller von Essenzen für die Spirituosen- und Getränkeindustrie, Afri-Cola auf den Markt. Der Name entstand aus dem Hauptbestandteil der Limonade, westafrikanischen Kolanüssen. Bis zum Ende des 2. Weltkriegs war Afri-Cola die meistverkaufte europäische Cola. Der große Durchbruch als Kultmarke kam jedoch erst Ende der 1960er Jahre. Im Stil der Hippie-Generation versetzte Werbeguru Charles Wilp Deutschland mit Slogans wie »Sexy-Mini-Super-Flower-Pop-Up-Cola – alles ist in Afri-Cola« und Plakaten, auf denen nackte Mädchen posierten (Slogan: »Die Götterquelle mit dem Afri-Cola-Schlauch«) oder berauschte Nonnen zu sphärischen Klängen lasziv wippten, in den Afri-Cola-Rausch.

Afri-Cola Kasten
Afri-Cola Kasten

Ab 1978 gab es Afri-Cola auch in Afrika und im arabischen Raum zu kaufen. Doch so schnell wie der Rausch kam, war er auch wieder vorbei. In den 1980er Jahren eroberten Coca-Cola und Pepsi-Cola mit gewaltiger Finanzkraft und Marketingpower den deutschen Erfrischungsgetränkemarkt. Ende der 1980er Jahre war Afri-Cola fast völlig aus den Regalen verschwunden. 1993 erwarb die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG zunächst die Marke Bluna (BLUmhoffer NAchfolger), eine Orangenlimonade, die die Firma 1952 auf den Markt gebracht hatte, und 1999 auch Afri-Cola. Erst im Zuge des 1970er Jahre-Revivals schaffte Afri-Cola ein Comeback als Szenegetränk in Clubs, Cafés und Kneipen. Inzwischen gibt es die einstige Hippie-Limonade auch wieder in Supermärkten.

Text: Toralf Czartowski | Foto(s): Pixabay

Afri-Cola Logo
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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:49